Am Sonntag wollten sich Atomkraftgegner mit der Attrappen eines Castorbehälters und Dutzenden schwarz-gelber «Atommüllfässer» vom geplanten Endlagerstandort Gorleben aus auf den Weg nach Berlin begeben.

Mit der Aktion wollen sie gegen den für Anfang November geplanten echten Castor-Transport nach Gorleben demonstrieren. Am Montag wollen die Demonstranten ihre Ladung vor dem Bundestag auftürmen. Ab 6. November sollen die Proteste mit einer Grossdemonstration in Dannenberg fortgesetzt werden. Die Atomkritiker wollen dann auch versuchen, den Castor-Transport zu blockieren.

Der Sprecher der Anti-Atom-Organisation «ausgestrahlt - Gemeinsam gegen Atomenergie», Jochen Stay, zeigte sich mit den Aktionen am Wochenende sehr zufrieden: «Eine tolle Sache, die sicher eine grosse Zahl Menschen zum Widerstand gegen den Castor-Transport im November ins Wendland bringen wird.» Die Teilnehmer hätten Sitzblockaden geübt und die Bevölkerung informiert.

Die Initiative «Castor-Strecken-Aktionstag» sprach ebenfalls von mehr als 120 Orten, an denen Kernkraftgegner demonstriert hätten. Die Teilnehmerzahlen hätten zwischen mehreren Hundert Aktivisten etwa in Ahaus und Aschaffenburg, rund 1000 Menschen in Freiburg und 3000 Kernkraftgegnern in Hannover gelegen. Vielfach hätten sich Aktive noch während des Tages entschlossen, Aktionen durchzuführen.

Voraussichtlich am ersten November-Wochenende sollen Atommüllbehälter von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague über Süddeutschland ins niedersächsische Gorleben im Wendland rollen.

Der Sprecher kritisierte, der anstehende Castor-Transport in eine oberirdische Leichtbau-Halle in Gorleben verdeutliche die völlig ungelöste Entsorgungsfrage für den strahlenden Müll. Die Behälter seien für 40 Jahre ausgelegt, doch der Inhalt strahle Jahrtausende.

Bislang gebe es weltweit kein sicheres Endlager für hochradioaktiven Müll. Die Bundesregierung wolle jedoch mit der Laufzeitverlängerung für die AKW den Atommüllberg weiter anwachsen lassen.