Insgesamt sind seit Donnerstag gemäss den Behörden 104 Brände in Griechenland ausgebrochen. Die Brände toben vor allem im Nordosten des Landes und sind nach Angaben der Feuerwehr ausser Kontrolle.

Betroffen ist vor allem die Region der Hafenstadt Alexandroupolis unweit der Grenze zur Türkei. Dort toben auf unwegsamen Gelände an mehreren Stellen Brände. "Dicke Rauchschwaden steigen über die Stadt", berichtete ein Arzt des Spitals der Stadt am Telefon.

"Extrem gefährlich"

"Die Lage ist extrem gefährlich", sagte der Regionalgouverneur Aris Giannakidis im Fernsehen. Die Behörden hatten am Donnerstagabend für die Region den Notstand ausgerufen. Am Freitag mussten zwei kleine Dörfer evakuiert werden. Die Feuerwehr versucht zudem die Brände in der Nähe einer Militärkaserne zu stoppen, berichtete das staatliche Fernsehen (NET).

Die Flammen haben nach Schätzungen der Feuerwehr bislang über 3000 Hektar Wald- und Buschland und Landwirtschaftsland zerstört. Allerdings sei bislang nichts über Schäden an Häusern oder Verletzte bekannt, hiess es.

In einem Dorf nahm die Polizei einen Landwirt fest. Die Behörden haben den Verdacht, dass dessen defekter Traktor Funken sprühte und das trockene Unterholz in Brand setzte.

Wind treibt die Glut kilometerweit

Immer wieder brechen neue Brände aus, da starker Wind glühendes Holz und Asche kilometerweit treibt. Seit zwei Tagen sind vier Löschflugzeuge, zwei Helikopter und mehr als 300 Feuerwehrleute und Soldaten sowie freiwillige Helfer im Einsatz.

Auf die Bitte Griechenlands hin entsandte der europäische Zivilschutz zwei Löschflugzeuge aus Frankreich und zwei aus Spanien. Diese wurden am späten Freitagnachmittag erwartet, wie der Chef des Zivilschutzes Thedoros Boufis im staatlichen Radio sagte.