"Wir haben einen taktischen Abzug aus Salaheddin vollzogen", sagte Hossam Abu Mohammed, ein Kommandant von der Freien Syrischen Armee. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad rückten nun in das Viertel vor.

Die syrische Armee war am Mittwoch mit Panzern in den Stadtteil eingedrungen, der bislang als Hochburg der Aufständischen galt. In den vorangegangenen Tagen hatte die Regierung an die 20'000 Soldaten um Aleppo zusammengezogen, denen etwa 6000 bis 8000 Rebellen gegenüberstehen.

Erst am Vortag hatte Assad in den Staatsmedien bekannt gegeben, dass seine Soldaten die Kontrolle über Salaheddin wiedererlangt hätten. Das syrische Regime hatte am Mittwoch eine Bodenoffensive in von Rebellen gehaltenen Gebieten Aleppos gestartet.

Bei Gefechten am Mittwoch sollen gemäss der Beobachtungsstelle in ganz Syrien über 170 Menschen ums Leben gekommen sein, allein in Aleppo 43, darunter auch Frauen und Kinder. Angaben beider Konfliktparteien in Syrien können nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.

Assad ernennt neuen Premier

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat dem staatlichen Fernsehen zufolge am Donnerstag einen neuen Ministerpräsidenten ernannt. Der bisherige Gesundheitsminister Wael al-Halki soll auf Rijad Hidschab folgen.

Hidschab hatte sich vor einigen Tagen auf die Seite der Aufständischen geschlagen und das Land verlassen. Sein 48-jähriger Nachfolger Halki stammt aus der Provinz Deraa im Süden Syriens, wo der Aufstand gegen Assad vor 17 Monaten ausgebrochen war.

Iran dementiert Berichte von Tötung von Geiseln

Der Iran dementierte am Donnerstag, dass von syrischen Rebellen entführten Iraner getötet worden seien. Alle Entführten seien wohlauf, erklärte das Aussenministerium in Teheran.

Mit Blick auf Berichte syrischer Rebellen, dass drei der 48 Entführten getötet worden seien, sagte ein Mitarbeiter des Aussenministeriums: "Die veröffentlichten Berichte hierzu sind falsch."

Am Montag hatten die Rebellen mitgeteilt, drei der Iraner seien bei einem Angriff der Regierungstruppen in der Provinz Damaskus getötet worden. Sie drohten damit, auch die anderen zu töten, sollte die Armee ihre Angriffe nicht beenden.

Syrische Rebellen hatten am Samstag einen Bus abgefangen und dabei 48 Iraner in ihre Gewalt gebracht. Sie erklärten, dass es sich bei ihnen vermutlich um Militär-Angehörige handelte, die die Truppen Assad unterstützen sollten.

Der Iran räumte am Mittwoch erstmals ein, dass unter den Geiseln auch ehemalige Soldaten und Mitglieder der Revolutionsgarden sind. Zunächst hatte der Iran die Entführten als Pilger bezeichnet.