In der Stadt Homs feuerte die Armee Panzergranaten auf Wohnhäuser ab. Präsident Baschar al-Assad drohte in einem Interview mit dem britischen "Telegraph", eine Intervention in Syrien würde ein "Erdbeben" in der Region verursachen. Er fragte: "Wollt ihr ein neues Afghanistan erleben oder zehn Afghanistans?"

Während sich die Arabische Liga um Verhandlungen zwischen Opposition und der autoritär regierenden Führung in Damaskus bemühte und das gewaltsame Vorgehen so scharf wie nie zuvor verurteilte, signalisierte Assad mit den Äusserungen seine Entschlossenheit, die Macht nicht freiwillig abzugeben.

Armee schiesst weiter

Das zeigte auch das weiterhin massive Vorgehen der syrischen Armee gegen Demonstranten. Seit Beginn des Volksaufstandes Mitte März gegen das Assad-Regime kamen laut der UNO mehr als 3000 Menschen ums Leben.

Die syrische Opposition hat bislang nicht zu einem bewaffneten Aufstand wie in Libyen aufgerufen und sich weitgehend gegen eine Intervention von aussen ausgesprochen.

Doch einige Demonstranten forderten jüngst wiederholt eine Flugverbotszone über Syrien - aus Angst, das Regime könnte Luftangriffe fliegen, nun, da Überläufer aus dem Militär eine aktivere Rolle beim Kampf gegen Assads Sicherheitskräfte einnehmen.

Scharfe Worte

Nachdem Sicherheitskräfte am Freitag laut Aktivisten 40 Regierungskritiker erschossen hatten, sah sich die Arabische Liga zu ihrer bislang schärfsten Reaktion veranlasst. In einem Schreiben an die Regierung brachte sie "ihre grosse Unzufriedenheit wegen der anhaltenden Tötung syrischer Zivilisten" zum Ausdruck.

Staatliche syrische Medien zitierten einen Vertreter des Aussenministeriums, der den arabischen Staaten vorwarf, "Medienlügen" aufzusitzen. Die Liga müsse eher dabei helfen, Stabilität herzustellen, als Menschen aufzuwiegeln.