Bei der Präsidentenwahl am 23. Oktober wolle sie zusammen mit ihrem früheren Kabinettschef und Präsidentschaftskandidaten Alberto Fernández kandidieren, kündigte sie in einem am Samstag auf Twitter veröffentlichten Video an.

Gemeinsam treten sie damit gegen den konservativen Amtsinhaber Mauricio Macri an, der sich zur Wiederwahl stellt. Umfragen zufolge könnte es einen knappen Wahlausgang geben. Fernández de Kirchner regierte das südamerikanische Land von 2007 bis 2015. Sie hatte ihren Mann Néstor Kirchner abgelöst, der seit 2003 Präsident war.

Knapper Ausgang zu erwarten

Fernández de Kirchner kritisierte Macri scharf. Dem nächsten Präsidenten stelle sich die Aufgabe, ein "erneut ruiniertes Land mit einer wieder im Armut versunkenen Bevölkerung" zu regieren, sagte die 66-Jährige in Anspielung auf die schwere Wirtschaftskrise.

Ihr Mann hatte die Wirtschaft des einst reichen Landes aus der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte wieder auf den Wachstumspfad geführt. Allerdings stiess die auch von seiner Frau fortgesetzte dirigistische Wirtschaftspolitik zunehmend an ihre Grenzen. Zudem überschatteten Skandale die Regierungszeit von Fernández de Kirchner.

So muss sie sich ab Dienstag wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft ihr vor, öffentliche Bauaufträge gegen Bestechungsgelder vergeben zu haben. Es laufen mehrere gerichtliche Verfahren wegen Korruption gegen die Ex-Präsidentin. Alberto Fernández ist dagegen nicht in die Korruptionsermittlungen verwickelt. Er gilt als ein gemässigter und zum Dialog bereiter Politiker.