Insgesamt sind mehr als 1,15 Millionen Menschen arbeitslos, wie die griechische Statistikbehörde (Elstat) am Donnerstag in Athen mitteilte. Dramatisch ist die Lage vor allem bei den jungen Menschen unter 25 Jahren: Die Arbeitslosenquote betrug bei dieser Altersgruppe 54,9 Prozent.

Die zwei grössten griechischen Gewerkschaftsverbände des privaten und des staatlichen Bereichs (GSEE und ADEDY) warnten am Donnerstag abermals vor einer "sozialen Explosion". Arbeitslose erhalten in Griechenland nur ein Jahr lang Arbeitslosengeld. Danach ist keine Unterstützung mehr vorgesehen.

Keine Trendwende erwartet

Für die am Boden liegende griechische Wirtschaft gibt es dagegen einen kleinen Hoffnungsschimmer. Die Produktion lag im Juni nach über drei Jahren stetigen Schrumpfens erstmals wieder über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Unternehmen stellten 0,3 Prozent mehr her als im Vorjahresmonat, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat gab es mit 4,0 Prozent den zweiten Anstieg in Folge. Das Tempo dürfte aber kaum ausreichen, um für eine Trendwende am Arbeitsmarkt zu sorgen.

Der leichte Produktionszuwachs ist vor allem dem Bergbau zu verdanken, der seinen Ausstoss um 18,9 Prozent im Vergleich zum Juni 2011 steigerte. Die Energieversorger fuhren ihre Erzeugung um 10,9 Prozent nach oben.

Die klassische Industrie - zu der die Hersteller von Konsum-, Investitions- und Vorleistungsgütern gehören - drosselte ihre Produktion dagegen um 4,3 Prozent. Die Industrie steuert etwa 15 Prozent zur Wirtschaftsleistung Griechenlands bei.

Weitere Finanzhilfen im September

Wie der griechische Vize-Finanzminister am Donnerstag sagte, rechnet Griechenland fest mit der nächsten Tranche internationaler Finanzhilfen Mitte September - unmittelbar nach dem Bericht der Troika aus IWF, EU und EZB. Die Experten würden Anfang September in Athen zurückerwartet und Mitte des Monats ihren Bericht über die Fortschritte Griechenlands bei der Bekämpfung der Schuldenkrise abschliessen, sagte Christos Staikouras.

Er erwarte, dass der Bericht positiv ausfalle und die nächste Hilfstranche dann ausgezahlt werde. Die Liquiditätslücke in diesem Monat will die Regierung mit der Ausgabe von zusätzlichen Geldmarktpapieren im Volumen von vier Milliarden Euro schliessen.