Syrien

Arabische Liga will die Beobachtermission in Syrien retten

Amateuraufnahmen von Demonstrationen am 3. Januar in Hama

Amateuraufnahmen von Demonstrationen am 3. Januar in Hama

Die Arabische Liga will trotz der Gewalt in Syrien ihre Beobachtermission fortsetzen. Die Zusammenarbeit mit der UNO soll fortgesetzt werden, allerdings ohne UNO-Experten direkt in die Beobachtermission zu involvieren.

Das kündigte der Generalsekretär der Liga, Nabil Al-Arabi, am Sonntag nach einem Treffen der Organisation in Kairo an.

Der katarische Aussenminister Scheik Hamad Bin Dschassem Bin Dschabr al-Thani räumte ein, dass die Beobachtermission ihr Ziel, das Blutvergiessen in Syrien zu stoppen, nicht erreicht habe.

Die Liga steht deswegen in der Kritik. Dem sudanesischen Leiter der Beobachtermission, Mustafa Al-Dabi, wird vorgeworfen, die blutige Realität zu beschönigen. Zurzeit sind 163 arabische Beobachter in Syrien.

Mit Hilfe der UNO

Die Minister der Liga hätten sich bei ihrem Treffen nicht darauf geeinigt, UNO-Experten aufzufordern, sich der Beobachtermission anzuschliessen, sagte al-Thani weiter. Allerdings wollten sie UNO-Experten bitten, die Beobachter der Liga auszubilden.

Vertreter der Liga sprachen sich am Sonntag auch für die Aufstockung der Beobachtermission aus. Die fünf Aussenminister der 22 Mitglieder umfassenden Liga, die sich in Kairo trafen, verlangten auch eine stärkere Unabhängigkeit ihrer Beobachter in Syrien. Zudem forderte die Liga erneut ein unverzügliches Ende der Gewalt.

Seit Beginn der Massenproteste gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad Mitte März vergangenen Jahres wurden laut UNO mehr als 5000 Menschen getötet. Die Opposition spricht schon von mehr als 6000 Toten.

Immer noch Gewalt

Auch am Wochenende wurde wieder Blut vergossen. Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden am Sonntag in der südlichen Provinz Daraa elf regimetreue Soldaten von Deserteuren bei Gefechten getötet.

In der Provinz Idlib nahe der türkischen Grenze wurde Aktivisten zufolge der Ort Sarakib unter Beschuss genommen. Dabei sei ein Teilnehmer eines Sitzstreiks durch Granatsplitter getötet worden, sagte der Oppositionelle Ahmad Abdullah aus Idlib der Nachrichtenagentur dpa.

In der Region um die Stadt Homs und in der ostsyrischen Provinz Deir al-Sur sind laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sowie anderen Aktivisten mehrere Zivilpersonen bei Razzien ums Leben gekommen. Wie viele Menschen ihr Leben verloren, blieb zunächst unklar.

Am Samstag wurden mindestens 29 Tote gemeldet - die meisten in Homs und Vororten der Hauptstadt Damaskus.

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