Die Polizei war bei dem grössten Anti-Terror-Einsatz in der Geschichte des Landes mit über 800 Beamten im Einsatz, wie der Chef der Bundespolizei, Andrew Colvin, sagte. 15 Verdächtige seien festgenommen worden. Gegen einen von ihnen sei Anklage erhoben worden. Er muss sich demnach wegen Terrorvorwürfen verantworten.

"Die Aufforderung (zu den Anschlägen) kam von einem Australier, der offenbar eine hohe Position innerhalb der IS-Miliz innehat", sagte Abbott. "Sie ging an Sympathisanten in Australien, die demonstrative Tötungen hier in unserem Land vornehmen sollten."

Enthauptung vor der Kamera

Es handle sich nicht nur um einen Verdacht, betonte Abbott. Die Polizei habe konkrete Geheimdienstinformationen erhalten. Danach wollten die Extremisten offenbar wahllos einen Bürger auf der Strasse anhalten und diesen nach dem Muster der Extremisten, die seit August vermutlich in Syrien drei westliche Geiseln hingerichtet hatten, vor laufender Kamera enthaupten.

"Es ist wichtig, dass unsere Polizei und Sicherheitsorganisationen ihnen einen Schritt voraus sind", sagte Abbott über die Dschihadisten. "Und heute Morgen waren sie es."

60 Australier in Syrien

"Wir glauben, dass diese Gruppe (...) mit den Planungen für willkürliche Gewaltakte gegen ganz normale Bürger begonnen hatte", sagte Polizeichef Colvin. Bei Razzien unter anderem in Sydney und Brisbane seien 25 Häuser und Wohnungen durchsucht worden. Die Festnahmen erfolgten in Sydney.

Die Behörden des Landes hatten die Terrorwarnstufe am vergangenen Freitag von der mittleren Stufe auf "hoch" gesetzt. In Brisbane wurden vergangene Woche zwei Männer festgenommen, die dabei geholfen haben sollen, Kämpfer für militante Islamistengruppen in Syrien anzuwerben.

Die Geheimdienste gehen davon aus, dass 60 Kämpfer mit australischem Pass für den IS in dem Land im Einsatz sind. Abbott wollte am Donnerstag in Darwin 600 Soldaten verabschieden, die den Kampf gegen den IS im Irak unterstützen sollen.