Die Demonstranten fürchten, dass der EU-Austritt Grossbritanniens wieder zu einer festen Grenze führen und alte Konflikte in der Region anfachen könnte. Derzeit ist die Grenze im grünen Hügelland nahezu unsichtbar und kann problemlos passiert werden.

"Wir sind doch diejenigen, die unter den Fehlern leiden, die im Parlament in London gemacht werden", zitierte die britische Nachrichtenagentur PA einen Demonstranten in der Grafschaft Down. "Wir werden die Grenze nicht akzeptieren."

In der Brexit-Abstimmung vom 23. Juni 2016 hatten sich 56 Prozent der Nordiren für einen Verbleib in der EU ausgesprochen. Mehrheiten gegen einen Brexit gab es auch in Schottland - dort besonders stark - und in London. Nur gerade Wales und England hatten innerhalb Grossbritanniens einen Brexit befürwortet. Aber dies reichte für 52 Prozent gesamthaft pro Brexit.

Im irischen Bürgerkrieg kämpften pro-irische Katholiken unter Führung der Untergrundorganisation IRA gegen protestantische, pro-britische Loyalisten. Im Kern ging es darum, ob der zu Grossbritannien gehörende Nordteil Irlands mit der Republik im Süden vereinigt werden soll.

Das Karfreitagsabkommen beendete am 10. April 1998 die langen Auseinandersetzungen. Zwischen 1969 und 2001 starben mehr als 3600 Menschen. Hunderttausende gelten als traumatisiert. Die Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten sind auch heute noch zu spüren. So trennen mehr als 100 hohe Mauern Viertel in Belfast.