Zwei bereits gestern Montag verhaftete Männer sollen einer anarchistischen Bewegung angehören, die bereits unzählige Bombenattentate verübt hat. Sie hatten zwei Pistolen und zwei Briefbomben bei sich. Die beiden Männer werden von der griechischen Polizei einer linksextremen Untergrundorganisation zugeordnet.

Dass die seit gestern laufende Anschlagsserie mit nur einem leicht Verletzten glimpflich verlief, dürfte vor allem Glück sein. Erst im Juni 2009 wurde ein Mitarbeiter eines griechischen Ministeriums von einer Briefbombe getötet.

Anschlag auf die Schweizer Botschaft

Eine Bombe hat am Dienstag die Botschaft der Schweiz in Athen in Aufruhr versetzt. Die Vertretung liegt im zentralen Stadtteil Kolonaki. Die Bombe wurde als Paket am Empfang der Botschaft abgegeben, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilt. Bei der Kontrolle des Pakets wurde Metall entdeckt.

Als ein Angestellter die äussere Verpackung entfernte, entzündete sich das Paket in einer Stichflamme. Eine Explosion gab es nicht. Inzwischen hat die Botschaftssprecherin bestätigt: «Wir sind alle wohlauf.» Eine Evakuierung fand nicht statt. Gegenüber der Aargauer Zeitung wollte die Botschaft keine weiteren Informationen bekanntgeben. Die Polizei spricht von einer «kleinen Bombe».

Explodiert sein soll die Bombe um 12:11 Uhr Ortszeit - das entspricht 11:11 Uhr MEZ. Abklärungen der Polizei sind im Gang.

Das griechische Radio berichtete demgegenüber, ein Unbekannter habe einen Gegenstand in den Garten vor der Schweizer Botschaft geworfen, der anschliessend explodiert sei. Gut eine Stunde zuvor hatten Angestellte der bulgarischen Botschaft in Athen ein verdächtiges Paket entdeckt.

Antiterrorkräfte vor Ort

Experten entschärften das Paket mit einer kontrollierten Explosion, wie das griechische Fernsehen berichtete. Zur selben Zeit soll sich in einem Aussenbezirk eine Gruppe mit der Polizei eine Schiesserei geliefert haben. Die Attacken kamen ohne Vorwarnung.

Es sind die Bomben zwei und drei, die innert zwei Tagen in Athen explodiert sind. Am Montag verletzte eine Briefbombe die Angestellte eines Kurierdienstes. Daraufhin wurden mehrere weitere Bomben in der Stadt sichergestellt. Adressiert waren sie an den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und die Botschaften von Holland, Belgien und Mexiko. (mik/sda)