Syrien

Annan will Iran und Irakin Syrien-Lösung miteinbeziehen

Zerstörung in der syrischen Stadt Taftanaz: Immer mehr Menschen in Syrien brauchen Hilfe (Symbolbild)

Zerstörung in der syrischen Stadt Taftanaz: Immer mehr Menschen in Syrien brauchen Hilfe (Symbolbild)

Der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan hat seine Bemühungen im Nahen Osten um eine diplomatische Lösung im Syrien-Konflikt fortgesetzt. Nach Gesprächen im Iran traf er am Dienstag in Bagdad ein.

Es ist die erste Reise Annans in seiner Funktion als Syrien-Sondergesandter in den Irak. Einige religiöse Schiiten-Parteien sympathisieren mit Assad, während die Sunniten und ein Grossteil der Kurden eher aufseiten der Opposition stehen.

Ein irakischer Regierungssprecher sagte, Bagdad wolle Vorschläge zur Lösung des seit 16 Monaten andauernden Konflikts im Nachbarland unterbreiten. Einzelheiten zum Gespräch zwischen Annan und Ministerpräsident Nuri al-Maliki nannte er nicht.

Zuvor weilte Annan zu Gesprächen im Iran. Der Vermittler hatte sich wiederholt für eine Beteiligung Teherans an einer Konfliktlösung ausgesprochen. Er erhofft sich von den Konsultationen mit Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad doch noch eine Rettung seines Friedensplans.

Der Iran könne eine "positive Rolle" im Syrien-Konflikt spielen, darum werde er weiter mit Teheran zusammenarbeiten, sagte Annan nach einem Gespräch mit Irans Aussenminister Ali Akbar Salehi. Zugleich warnte Annan, dass die Krise in Syrien ausser Kontrolle geraten und sich zu einem regionalen Konflikt ausweiten könne.

Der Iran lobte die "Unparteilichkeit" des Sondergesandten und forderte eine Umsetzung von dessen Friedensplans. "Wir erwarten von Annan, dass er seinen Plan durchsetzt, damit in der Region Ruhe und Stabilität einkehren", sagte Salehi. Der Iran sei Teil einer Lösung der Krise in Syrien.

Konflikt fordert mehr als 17'000 Tote

Das Assad-Regime geht seit mehr als 16 Monaten mit grosser Härte gegen einen Volksaufstand vor. Nach Angaben der oppositionellen Beobachtungsstelle für Menschenrechte forderte der Konflikt bisher mehr als 17'000 Menschenleben. Unter den Opfern seien rund 12'000 Zivilisten. Die Gruppe "Reporter ohne Grenzen" klagte, seit März 2011 seien in Syrien 33 Journalisten ums Leben gekommen.

Landesweite Kämpfe forderten nach Angaben von Aktivisten auch am Dienstag wieder Todesopfer. In der Nacht auf Dienstag starb auch ein Mitarbeiter des syrischen Roten Halbmondes im Einsatz. Der Mann sei in einer klar gekennzeichneten Ambulanz unterwegs gewesen, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mit.

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