Deutschland

Anklage gegen Syrer im Fall Chemnitz erhoben

Passanten legen am Tatort Blumen nieder. Nach einem Streit war am 26. August in der Innenstadt von Chemnitz ein 35-jähriger Mann erstochen worden.

Passanten legen am Tatort Blumen nieder. Nach einem Streit war am 26. August in der Innenstadt von Chemnitz ein 35-jähriger Mann erstochen worden.

Mehr als vier Monate nach der Tötung eines Mannes in Chemnitz und den nachfolgenden rechten Aufmärschen ist Anklage gegen einen Tatverdächtigen erhoben worden.

Dem Syrer Alaa S. werden gemeinschaftlicher Totschlag sowie versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Chemnitz am Dienstag mitteilte.

Der soll Ende August während eines Streits mit einem Messer auf den 35-jährigen Daniel H. eingestochen haben. H. starb unmittelbar nach der Tat.

Alaa S. sitzt seit Ende August in Untersuchungshaft. Ein weiterer Tatverdächtiger, ein Iraker, ist nach wie vor auf der Flucht. Nach ihm wird seit Monaten mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Auch er soll mit einem Messer auf H. eingestochen haben.

Der Tod eines Deutschen führte zu Demonstrationen in Chemnitz

Das Tötungsdelikt erschütterte die sächsische Stadt. Es kam zu zahlreichen Demonstrationen in Chemnitz, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten.

Auch die rechtsnationalistische Alternative für Deutschland (AfD) zog gemeinsam mit der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung und anderen rechten Gruppen durch die Stadt. Mehrere Rechtsradikale wurden in Schnellverfahren wegen Zeigens des Hitlergrusses verurteilt.

Die Frage, ob es nach dem Tod von Daniel H. zu Hetzjagden kam, war lange Zeit umstritten und führte letztendlich zur Absetzung des damaligen Chefs des deutschen Inlandgeheimdienstes BND, Hans-Georg Maassen. (jaw/sda/afp)

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