Libyen-Ticker

Angriff auf Sawija abgewehrt – Ölproduzent wechselt Seiten

Während Hillary Clinton in Genf mit EU-Aussenministern über die Lage in Libyen berät, sind aus Frankreich zwei Flugzeuge mit Ärzten und Nahrungsmitteln an Bord auf dem Weg nach Ostlibyen. Saif Al Islam bietet Regimetreuen Geld, Nahrung und Waffen.

20:01 Stämme im Süden laufen zu Opposition über Berber-Stämme, die im Süden Libyens beheimatet sind, sollen gemäss «Guardian» zu den Regimegegnern übergelaufen sein. Sie erhofften sich vom Einsatz für die Opposition die Rückgewinnung ihrer ursprünglichen Stellung im Machtgefüge Libyens, schreibt Spiegel Online.

Verfolgen Sie die Geschehnisse live:

Live-TV Aljazeera English

Quelle: Aljazeera

Verfolgen Sie die Geschehnisse live

19:57 Ölproduzent läuft zu Opposition über Agoco, eine Tochterfirma des staatlichen Ölunternehmens NOC hat sich bis auf weiteres von seinem Mutterkonzern gelöst, wie die Nachrichtenagentur Reuters mitteilt. Die Firma organisiere sich bis zum Sturz Gaddafis selbstständig. Die im Osten Libyens produzierende Firma ist derzeit damit beschäftigt, einen Tanker zu beladen. Schon Morgen soll ein weiterer folgen.

19:55 USA ziehen Truppen um Libyen zusammen Das Pentagon zieht laut einem Sprecher Marine- und Luftwaffeeinheiten um Libyen herum zusammen. Der Sprecher meint, die USA wollten dadurch «mehr Flexibilität» erreichen.

19:52 Sawija wehrt Angriff ab Regierungstruppen haben versucht, in die Stadt Sawija einzudringen, meldet eine Quelle BBC. Demnach soll unter anderem die Chamis-Brigade mit Panzern zugeschlagen haben. Der Opposition gelang es allerdings, die Truppen aus der Stadt fernzuhalten. Die Chamis-Brigade untersteht direkt einem Sohn Gaddafis.

19:48 «Mein ganzes Volk liebt mich» Der Journalistin Christiane Amanpour des US-Fernsehsenders ABC hat Gaddafi ein exklusives Interview gegeben. Darin behauptet er, das ganze Volk liebe ihn. Demonstrationen gegen ihn verleugnet er.

19:04 Gaddafis Truppen kontrollieren Tripolis weiter In Tripolis demonstrieren laut einem Augenzeugenbericht mehrere hundert Menschen gegen den Machthaber. Die Versammlung im Vorort Tadschura ist von Sicherheitskräften mit Schüssen aufgelöst worden, berichten Oppositionelle. Berichte über Verletzte liegen bis jetzt nicht vor. Die Gefolgsleute von Gaddafi haben ihre Kontrolle über die Hauptstadt ausgebaut, um jegliche Anzeichen von Protest zu ersticken. Überall in der Stadt sind nach Augenzeugenberichten Kontrollposten besetzt und Streifen unterwegs.

19:00 EU und USA suchen Kontakt zu Opposition Die Europäische Union bemüht sich unterdessen um Kontakt mit der libyschen Opposition. «Wir versuchen, Kontakte herzustellen», sagte die Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel. Die libysche Opposition hatte nach eigenen Angaben am Wochenende einen nationalen Übergangsrat gebildet. Deren Vorsitzender, Mustafa Abdul Dschalil, schlug ein Hilfsangebot der USA aus. «Wir wollen keine ausländischen Soldaten hier», sagte der ehemalige Justizminister, der sich vor einigen Tagen den Aufständischen angeschlossen hatte, am Sonntagabend in einem Interview mit dem Sender Al-Arabija. Die US-Aussenministerin Hillary Clinton hatte am Sonntag erklärt, Washington strecke die Hand in Richtung jener Libyer aus, die sich im Osten organisierten. Es sei aber noch zu früh, eine Übergangsregierung anzuerkennen. (sda)

18:47 Gaddafi droht mit Exekution Laut Al Dschasira hat Muammar al Gaddafi all denjenigen, die versuchen, eine Partei zu gründen, mit Exekution gedroht.

18:37 Schweiz hat 1200 Plätze für Flüchtlinge Bereits gestern Sonntag bekannt wurde, dass die Schweiz im Falle einer Flüchtlingswelle aus dem arabischen Raum rund 1200 Flüchtlinge aufnehmen könnte.

18:02 «Wir schliessen keine militärische Option aus» Grossbritanniens Premierminister David Cameron sagt, sein Land halte alle Optionen für das weitere Vorgehen offen – auch militärische.

18:00 USA senden humanitäre Rettungsteams an libysche Grenze Wie US-Aussenministerin Hillary Clinton in Genf sagt, seien Teams der USA unterwegs an die libysche Grenze, um dort bei der Versorgung von Flüchtlingen mitzuhelfen.

17:52 Regierung will Hilfskonvoi nach Bengasi schicken Laut der libyschen Regierung solle ein Lastwagenkonvoi mit Medikamenten und Nahrung nach Bengasi geschickt werden. Ob das unwahre Propaganda ist oder die Regierung möglicherweise versuchen will, in der Oppositionshochburg an Unterstützung zu gewinnen, ist nicht klar.

17:50 Marsch der Millionen mit unsicherer Ausgangslage Der von der Oppositionsstadt Bengasi aus geplante Marsch der Millionen nach Tripolis hat es schwierig. Denn der Weg führt durch Gaddafis Heimatregion, eine der letzten Hochburgen Gaddafis, in der es von Söldnern und loyalen Regierungstruppen nur so wimmelt. Übergelaufenen Militärs bieten der Opposition militärische Unterstützung an für den Marsch nach Tripolis.

16:59 Zusammenstösse in der Hauptstadt In Tripolis sei es heute zu einigen Demonstrationen gekommen, an denen mehrere hundert Leute teilgenommen haben, berichten Augenzeugen via Twitter. Allerdings würden die Versammlungen jeweils innert Kürze von Regierungskräften angegriffen und zerstreut. Die Meldungen lassen sich nicht auf ihre Authentizität prüfen.

16:43 Gaddafi verliert laut EU Kontrolle über Öl- und Gasfelder Laut EU-Energiekommissar Günther Oettinger soll sich die Mehrzahl der Felder in der Hand von provisorischen, regionalen Führungsgremien befinden. Eine Blockade von Öl- und Gasexporten als Sanktion gegen das Regime könnte deshalb «auf eine Bestrafung der falschen Leute» hinauslaufen, fügte Oettinger am Montag am Rande eines Treffens der Energieminister in Brüssel hinzu.

Die Importe aus Libyen seien «nicht unwesentlich», aber auch «nicht herausragend». Zudem gebe es beim Öl bedeutende Vorräte in der EU. Auch seien andere Länder wie Russland und Saudi-Arabien gewillt, mögliche Engpässe auszugleichen, sagte Oettinger. Der starke Preisanstieg am Ölmarkt wird nach seinen Einschätzung bald ein Ende haben. Der massive Preisanstieg hatte bereits Ende vergangener Woche nachgelassen. Grund war die Ankündigung von Saudi-Arabien, das seine Produktion ausweiten will, um den Ausfall libyschen Öls am Weltmarkt auszugleichen. (sda/afp/Reuters)

Entwicklung des Ölpreises in Dollar pro Barrel (Grafik: mik)

Entwicklung des Ölpreises in Dollar pro Barrel (Grafik: mik)

16:35 EU beschliesst einstimmig Sanktionen Reiseverbote und Kontosperrungen gelten für Gaddafi und 25 Vertreter seines Umfeldes, wie der ungarische Energieminister Tamás Fellegi am Montag in Brüssel sagte. Das Embargo gilt für Waffen sowie für andere Güter, die zur Unterdrückung der Bevölkerung eingesetzt werden können.

16:14 Sohn von Oppositionsleader berichtet von Entführungen Ahmed Swaihey, inzwischen nach London geflüchtet, berichtet gegenüber Al Dschasira, Söldner und Truppen hätten seinen Vater sowie seinen Bruder entführt. Sein Vater sei ein Anführer der Opposition gewesen. Kurz zuvor hätten die beiden noch miteinander telefoniert. Sein Vater berichtete ihm, er hätte Hinweise darauf, dass ihn Gaddafi in Kürze verschleppen wolle: «Ich habe meinen Beitrag geleistet. Es ist mir egal, wenn sie mich holen», soll er gesagt haben. Einen Tag später waren seine Telefone tot, vor seinem Haus hätten viele Söldner und Regierungstruppen Stellung bezogen.

16:00 100 000 Flüchtlinge Inzwischen haben mehr als 100 000 Flüchtlinge Libyen verlassen. Besonders prekär ist die Lage in Tunesien. Das Land grenz an den heftig umkämpften Nordwesten Libyens und ist nach eigenen Angaben hoffnungslos überfordert mit den Flüchtlingswellen.

15:52 Grosse Demonstration in Tajura Twitter-User AlmanaraMedia berichtet von einer grossen Demonstration in Tajura, die nach der Beerdigung eines «Märtyrers» gestartet ist.

15:40 «Wir werden hinter ihnen stehen und sie unterstützen» Nebst dem Wandel in Libyen erwähnt Clinton auch Tunesien, Ägypten und Bahrain. Sie kündigt neue Sanktionen gegen Funktionäre des iranischen Regimes an. Dies wegen «schweren Menschenrechtsverletzungen». Iran habe friedliche Demonstranten, Blogger und Journalisten getötet.

15:33 Hillary Clinton spricht an der UNO-Menschenrechtskonferenz Die USA wollen einen friedlichen Machtwechsel in Libyen. Gaddafi müsse ohne weitere Gewalt zurücktreten, sagt sie.

15:11 Schüsse in Tripolis Am Rande einer Demonstration in Tripolis geben Sicherheitskräfte Warnschüsse in die Luft ab, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

15:00 Gaddafis persönliche Krankenschwester flüchtet in die Ukraine Galina Kolotnizkaja, der US-Diplomaten eine «romantische Beziehung» zu Gaddafi nachsagen, floh wegen des Volksaufstandes Libyen. Die 38-Jährige sei gemeinsam mit 190 anderen Ausländern mit einem Flugzeug in der Hauptstadt Kiew gelandet, berichten ukrainische Zeitungen. Nun verstecke sich die Frau bei Mutter und Tochter in ihrem Heimatort Browary bei Kiew. Galina werde nie nach Libyen zurückkehren, sagte Kolotnizkajas Mutter Irina der Kiewer Zeitung «Komsomolskaja Prawda». Zugleich warf sie den Medien vor, sie hätten ihre Tochter zur «Mätresse» Gaddafis abgestempelt. Galina Kolotnizkaja war wie zahlreiche ukrainische Ärzte und Krankenschwestern in den 1990er Jahren wegen der vergleichsweise üppigen Gehälter nach Libyen ausgewandert. Nachdem sie zunächst in einem Spital gearbeitet hatte, wurde Kolotnizkaja gemeinsam mit anderen ukrainischen Krankenschwestern als persönliche Pflegerin für den Diktator ausgewählt.

14:50 Libyer wollen keine Hilfe aus dem Ausland Wie viele andere Oppositionelle bereits sagten (az berichtete), wünscht sich auch die «Libyan Youth Movement» den Verzicht internationaler Staatengemeinschaften auf Interventionen in Libyen: «Internationale Interventionen werden Libyen in ein Somalia oder einen Irak verwandeln», warnt die Organisation auf ihrer Facebook-Seite. Allerdings begrüsse sie Bemühungen um ein Flugzonenverbot sowie humanitäre Hilfe. Das Flugzonenverbot sollte verhindern, dass Gaddafi weiter Söldner nach Libyen einfliegen und Kampfjets gegen Demonstranten einsetzen kann. Allerdings gilt eine Umsetzung derzeit als wenig wahrscheinlich, wie Experten am Rande der UNO-Menschenrechtskonferenz in Genf einwenden.

14:42 «Nach dem Sieg werden wir zu deinem Lied tanzen» Wie das YouTube-Video eines israelischen Journalisten zur «Hymne der Opposition» wurde, können Sie hier nachlesen.

Gaddafi-Song sorgt im Internet für Furore

«Zenga, Zenga»

14:38 Flüchtlinge erreichen Malta Auf Malta ist soeben ein britisches Marineschiff mit Flüchtlingen aus Libyen eingetroffen, berichtet CNN.

14:01 Barrel Öl bei 112 Dollar Wegen der Unruhen in Libyen steigt der Ölpreis seit Tagen an. Die Exporte des ölreichen Libyens sind eingebrochen, die Investoren entsprechend verunsichert. Um 14:00 Uhr lag der Ölpreis knapp über 112 Dollar.

13:56 UN-Menschenrechtsrat setzt Druck auf Deutliche Worte findet etwa der britische Aussenminister William Hague, der in diesen Minuten vor dem Gremium spricht. Grossbritannien unterstütze Resolutionen gegen Libyen sowie den Ausschluss des Landes aus dem Menschenrechtsrat. Er verurteile das Gaddafi-Regime für die Greueltaten in Libyen auf schärfste. Die Verantwortlichen würden für die Verbrechen von der internationalen Staatengemeinschaft zur Rechenschaft gezogen: «Wenn die Untersuchungen erstmal laufen, dann haben wir einen sehr langen Atem». Irgendwann komme «der Tag der Abrechnung».

Der britische Aussenminister William Hague während seiner Rede (Screenshot Al Jazeera)

Der britische Aussenminister William Hague während seiner Rede (Screenshot Al Jazeera)

13:49 Gaddafi setzt auf seine Machtbasis Tripolis Während der Osten des Landes bereits weitgehend in der Hand von Aufständischen ist, kann Gaddafi in Tripolis seine Macht noch verteidigen. Libyens politische Hauptstadt ist auch die Wirtschafts- Metropole des nordafrikanischen Landes. Tripolis hat den grössten Hafen und ist Libyens Zentrum für Handel und Industrie (Herstellung von Textilien, Verarbeitung von Tabak und Lebensmitteln). Die Stadt zieht sich mehr als 30 Kilometer an der Küste des Mittelmeeres entlang und hat mit knapp 1,8 Millionen Menschen etwa soviel Einwohner wie Hamburg. Das Stadtgebiet umfasst rund 250 Quadratkilometer (Zum Vergleich: Zürich hat eine Fläche von 92 Quadratkilometern). Die historische Altstadt (Medina) in der Nähe des Hafens ist von einer Stadtmauer umgeben. Daran schliesst sich das schnell wachsende moderne Tripolis mit neuen Hotels und repräsentativen Regierungsbauten an. (sda)

13:29 Libyen beschuldigt Westen und Islamisten einer Verschwörung Verantwortliche des Regimes behaupten, Grundlage des libyschen Volksaufstands sei eine Verschwörung zwischen islamistischen Terroristen und westlichen Regierungen. Ziel sei die «Übernahme» von Libyen.

13:19 Al Sawija von Regierungstruppen eingeschlossen Die von der Opposition eroberte Stadt Al Sawija befürchtet einen Gegenangriff regierungstreuer Truppen. Die Stadt ist seit Tagen von Regierungstruppen umzingelt.

13:14 Ashton fordert ein Ende der Gewalt in Libyen In einer laufenden Rede in Genf sagt EU-Aussenministerin Catherine Ashton, die EU sei «tief besorgt» über die Lage im Mittleren und Nahen Osten, inklusive Palästina. Die nächste Rede wird US-Aussenministerin Hillary Clinton halten.

12:26 Proteste erreichen Oman Nach zwei Monaten hat der arabische Frühling auch das sonst als sehr ruhig geltende Sultanat Oman erreicht, berichtet die «New York Times». Gemäss der staatlichen Nachrichtenagentur ONA sind bei Auseinandersetzungen mit der Polizei zwei Demonstranten ums Leben gekommen.

12:15 Pillay ruft dazu auf, Reformen in arabischen Ländern zu unterstützen Die Staatengemeinschaft habe in Nordafrika «die grosse Verantwortung, Unterstützung in Worten und Taten für die Umsetzung der unumgänglichen Reformen zu leisten», sagte Pillay bei der Eröffnung der vierwöchigen Frühlingssession des UNO-Menschenrechtsrats in Genf. (sda)

11:48 Ärzteteam aus der Schweiz erreicht Libyen Ein Team des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) hat gestern die ostlibysche Stadt Benghasi erreicht. Angaben von Ärzten zufolge sollen bei den Unruhen in der Hafenstadt 256 Personen getötet und 2000 verletzt worden sein. Dem lokalen medizinischen Personal fehlt es vor allem an Pflegern, da fast alle Ausländer sind, die inzwischen ausser Land geschafft wurden. (sda)

11:43 Gaddafi versucht Devisen zu beschaffen Das Gaddafi-Regime soll in einer britischen Druckerei, die die Lizenz zum Druck libyscher Banknoten besitzt, grosse Geldmengen bestellt haben. Die britische Regierung hat die Lieferung aber verhindert, aus Angst, Gaddafi könnte die Gelder dazu verwenden, Söldner anzuheuern und Waffen zu beschaffen.

11:37 Tunesien mit Flüchtlingswelle überfordert Tunesien ist nach eigenen Angaben heillos überfordert mit der Flüchtlingswelle aus Libyen. So wisse die Regierung nicht einmal, wie viele Flüchtlinge überhaupt schon im Land sind. Es seien einfach «zu viele, um sie zählen zu können».

Bilder tausender, die sich in Durchgangscamps an der Grenze aufhalten. (Screenshot Al Dschasira)

Bilder tausender, die sich in Durchgangscamps an der Grenze aufhalten. (Screenshot Al Dschasira)

11:34 Regime-Gegner sollen Helikopter heruntergeholt haben In Misrata berichten Demonstranten, sie hätten einen Helikopter abgeschossen und die Crew festgenommen.

11:32 Libyen stoppt Ölförderung Nach eigenen Angaben hat das Gaddafi-Regime die Ölförderung wegend er eskalierenden Proteste angehalten, berichtet «a1plus». Libyen ist weltweit der 12. grösste Öllieferant und förderte vor den Unruhen täglich 1,5 Millionen Barrels, wie Reuters schreibt.

11:20 Bengasi bemüht sich um Normalisierung der Lage Wie eine Reporterin von Al-Dschasira berichtet, kehrt in Bengasi etwas Ruhe ein. So gibt es in der Oppositionshochburg etwa wieder fliessenden Verkehr. Allerdings seien nach wie vor Schulen, Universitäten und die meisten Geschäfte geschlossen.

11:17 Russischer Aussenminister verurteilt Gewalt in Libyen Sergej Lawrow hat soeben seine Rede vor dem UNO-Menschenrechtsrat gehalten. Darin verurteilte er die Gewalt in Libyen und stärkte den Demonstranten den Rücken.

11:12 UNO-Menschenrechtsrat: Frühjahrssession in Genf Zum Beginn der regulären Session des Rats sagte Calmy-Rey, dass in Libyen weiterhin Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen würden. Die vierwöchige Session eröffnete Calmy-Rey mit der UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay und dem Präsidenten der UNO-Generalversammlung Joseph Deiss.

Insgesamt sprechen rund 39 Minister vor dem Rat, darunter US-Aussenministerin Hillary Clinton, die EU- Aussenbeauftragte Catherin Ashton, der russische Aussenminister Sergej Lawrow und der deutsche Ausssenminister Guido Westerwelle. Am Rande der Sitzung kommt Clinton mit Amtskolleginnen und -kollegen aus Europa, Russland und den arabischen Staaten zusammen, um die Libyen- Krise besprechen. Prominentester Abwesender ist China.

11:10 Wichtige Militärbasis von Opposition erobert Wie Al Dschasira berichtet, sollen die Demonstranten die zweit wichtigste Militärbasis Libyens erobert haben.

11:01 Gaddafi-Sohn bewaffnet Regime-Treue Wie ein auf Facebook und Youtube veröffentlichtes Amateur-Video zeigt, ruft Saif Al Islam, ein Sohn Gaddafis, Regime-Treue zu den Waffen. In dem Clip beschuldigt er westliche Staaten, die Unruhen angestiftet zu haben. Mitten in der chaotischen Lage im Land verspricht er den ihm zujubelnden Männer Essen, Waffen und «alles, was ihr braucht». Es ist derselbe Mann, der im libyschen Staatsfernsehen jegliche Attacken auf Demonstranten verleugnet und ausländische Journalisten dazu aufruft, sich selbst ein Bild vom «völlig friedlichen Libyen» zu machen.

Saif Al Islam

10:36 Humanitäre Hilfe aus Frankreich Frankreich kündigt an, zwei Flugzeuge mit Ärzten, Krankenschwestern und Medikamenten sowie anderen medizinischen Hilfsmitteln in den Osten Libyens zu entsenden. Aus Ägypten sollen ausserdem mindestens 55 Ärzte in den befreiten Städten Libyens eingetroffen sein, schreibt der «Tages-Anzeiger».

09:38 Lockerbie-Attentäter soll Gaddafi erpresst haben Der verurteilte Lockerbie-Attentäter soll den libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi nach Angaben des früheren Justizministers Mustafa Abdel-Dschalil erpresst haben. Abdel Basset al Megrahi habe von Gaddafi gefordert, seine Freilassung aus der Haft in Schottland zu erreichen. Andernfalls habe er gedroht, Gaddafis Rolle bei dem Anschlag von 1988 über der schottischen Ortschaft Lockerbie mit 270 Toten zu enthüllen, zitierte die Zeitung «The Sunday Times» den Ex-Minister, der jetzt nach eigenen Angaben in Benghasi an der Spitze einer Übergangsregierung steht.

Die Drohung habe sich ausgezahlt: Libyen habe monatlich 50'000 Pfund (heute rund 75'000 Franken) Anwaltskosten übernommen und Lobbyarbeit betrieben, um die Heimkehr Al-Megrahis zu erreichen. Gaddafi und seine Beamten seien entschlossen gewesen, die Rückkehr Al-Megrahis nach Libyen zu erreichen, «und wenn es sie jeden Cent gekostet hätte, den sie haben», zitierte die Zeitung Abdel Dschalil. Dieser hatte bereits am Mittwoch einer schwedischen Boulevardzeitung gesagt, dass er Beweise dafür habe, dass Gaddafi den Befehl zu Lockerbie gegeben habe. (sda)

09:33 Rebellen rechnen mit Gegenangriff von Gaddafi-Truppen In Libyen haben sich am Montag Rebellen auf einen Gegenangriff regierungsnaher Truppen um Machthaber Muammar Gaddafi vorbereitet. Schauplatz der erwarteten Kämpfe ist die mittlerweile von Aufständischen eroberte Stadt Sawija. Nach Angaben der Regierungsgegner versammelten sich rund 2000 Gaddafi-treue Soldaten rund um die Stadt, welche rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis liegt.

«Wenn wir für die Freiheit kämpfen, sind wir bereit, dafür zu sterben», sagte ein früherer Polizeimajor in Sawija, der auf die Seite der Opposition gewechselt war. Mittlerweile bröckelt auch in der Hauptstadt die Machtbasis Gaddafis. Ein General im Osten des Landes, wo die Aufständischen bereits die Stadt Benghasi unter ihrer Kontrolle haben, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, seine Kräfte stünden für die Unterstützung der Rebellen im Westen des Landes bereit. (Reuters)

06:52 Die USA und Europa beraten über ein Flugverbot über Libyen, um Angriffe der libyschen Führung auf Regierungskritiker zu unterbinden. Es sei aber noch kein Entscheid gefallen, zitierte die Zeitung am späten Sonntagabend (Ortszeit) einen Regierungsvertreter. Für ein Flugverbot müssten weitere Beratungen im UNO-Sicherheitsrat stattfinden. Es sei unwahrscheinlich, dass das Gremium handele, solange die Gewalt der libyschen Führung gegen Zivilisten, etwa durch Luftangriffe, nicht deutlich zunehme, schrieb die «NYT». (AFP)

USA wollen Gaddafis Kommunikationskanäle stören In einem Bericht heisst es, die US-Regierung prüfe, Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi die Möglichkeit zu nehmen, seine Ansichten per Radio und Fernsehen zu verbreiten. Ausserdem werde überlegt, einen Korridor in die Nachbarländer Tunesien oder Ägypten aufzubauen, um Flüchtlingen aus Libyen zu helfen. Im Bericht heisst es zudem, die US-Regierung prüfe, Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi die Möglichkeit zu nehmen, seine Ansichten per Radio und Fernsehen zu verbreiten. Ausserdem werde überlegt, einen Korridor in die Nachbarländer Tunesien oder Ägypten aufzubauen, um Flüchtlingen aus Libyen zu helfen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1