Sie glaube, dass "der Weg Kanadas - grosse Haushaltsdisziplin, mit sehr grosser Konzentration auf Wachstum und Überwindung der Krise, und nicht auf Pump zu leben, ein Beispiel dafür sein kann, wie (...) die Probleme angegangen werden", sagte Merkel zu Beginn ihres zweitägigen Kanada-Besuchs. "Und das halte ich auch für die richtige Lösung in Europa."

Im Anschluss kam Merkel zu einem informellen Meinungsaustausch mit Premierminister Stephen Harper zusammen. Die Kanzlerin betonte, sie werde Harper "natürlich auch berichten über unseren politischen Willen, die Eurokrise zu überwinden und unsere Entschlossenheit, (..) in Europa zusammenzustehen für eine gemeinsame Währung".

Der kanadische Regierungschef drängt Deutschland seit langem, eine führende Rolle bei der Lösung der Schuldenkrise einzunehmen. Den Euro-Staaten wirft er vor, nicht genug gegen die Krise zu tun.

Vor Merkels Ankunft in Kanada äusserte Finanzminister Jim Flaherty seine Unzufriedenheit mit dem europäischen Umgang mit der Schuldenkrise. "Es ist nicht genug getan worden. Sie müssen mehr tun", sagte Flaherty.

Er rief die europäischen Staaten auf, die Staatsschuldenkrise entschlossen anzugehen und ihre Banken zu rekapitalisieren. Die Situation sei frustrierend, da bereits sei Jahren klar sei, was getan werden müsse. Weil es aber keine gemeinsame Finanzpolitik in der EU gebe, seien die nötigen Schritte nicht eingeleitet worden.