WEF 2020

Angela Merkel fordert Welt zum Handeln gegen den Klimawandel auf

Angela Merkel mit WEF-Gründer Klaus Schwab auf der Bühne am WEF in Davos.

Angela Merkel mit WEF-Gründer Klaus Schwab auf der Bühne am WEF in Davos.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Welt am WEF zum gemeinsamen Handeln gegen den Klimawandel aufgefordert. In der Geopolitik wiederum müsse Europa eine Balance finden zwischen den USA und China.

"Wir müssen handeln": Mit diesen Worten richtete sich Merkel am Donnerstag an das Publikum des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Sowohl im Bereich des Artenschutzes als auch des Klimawandels müssten dringend Massnahmen ergriffen werden.

Ob die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht würden, könne sich letztlich zu einer Frage des Überlebens für den ganzen Planeten entwickeln. Doch könne das Ziel, die Erderwärmung unter 1,5 Grad zu beschränken, mit den jetzigen Verpflichtungen nicht erreicht werden.

Daher sei klar, dass die gesamte Welt gemeinsam handeln müsse. Leider seien einige Länder bei diesen Bemühungen nicht mehr dabei, kritisierte die Kanzlerin US-Präsident Donald Trump. Die USA waren unter seiner Führung aus dem Abkommen ausgestiegen.

Kontinent muss klimaneutral werden

Für Europa bedeuteten die gesetzten Ziele jedoch, dass der Kontinent bis 2050 klimaneutral sein müsse. "Die meisten Länder der Europäischen Union haben sich bereits zu diesem Schritt verpflichtet", sagte die deutsche Regierungschefin.

Doch bedinge dieser Schritt auch Transformationen "einer gigantischen Art". "Wir müssen unseren bisherigen Lebenswandel, wie wir ihn seit der Industrialisierung kannten, verlassen."

Daneben äusserte sich die deutsche Kanzlerin aber auch zu klassischen Themen der Machtpolitik. Europa müsse aus ihrer Sicht eine Balance finden zwischen der Nähe zu den USA und wirtschaftlichen Verbindungen mit China.

"Keine neue Bipolarität"

"Ich möchte keine neue Bipolarität der Welt, sage ich ganz offen", sagte die CDU-Politikerin. Die gesellschaftliche Ordnung der USA stünde Europa näher, zugleich sei nun aber ein Land, in dem eine kommunistische Partei die "Herrschaft" habe, wirtschaftlich erfolgreich.

Deshalb solle Europa einen "klugen Weg" finden zwischen der Partnerschaft mit den USA bei Grundwerten und einem ökonomischem Wettbewerb, in dem Entscheidungen "anders fallen" könnten.

Die Europäer müssten "sehr klug entscheiden, wie wir gerade im Zeitalter der Digitalisierung auch mit chinesischen Angeboten umgehen", sagte Merkel. Es gelte abzuwägen zwischen Sicherheit und der Frage, sich von chinesischer Wertschöpfung zu entkoppeln.

Aufnahme von Flüchtlingen

Die deutsche Regierungschefin verteidigte ausserdem erneut ihre Entscheidung von 2015, Hunderttausende Flüchtlinge nach Deutschland zu lassen. "Der Fehler war nicht, Menschen aufzunehmen, die vor unseren Türen standen."

Der Fehler habe darin bestanden, nicht "im Vorhinein" dafür zu sorgen, dass die Menschen in ihrer Heimat bleiben können. Mit Blick auf die Lage im Bürgerkriegsland Libyen betonte Merkel, dort dürfe sich nicht wiederholen, was in Syrien geschehen sei. Es dürfe keinen neuen Stellvertreterkrieg geben.

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