Zuvor waren nach offiziellen Angaben 89 Menschen bei Angriffen von Rohingya-Aufständischen ums Leben gekommen. Die Attacken in dem buddhistisch geprägten südostasiatischen Land stellen eine Eskalation des Konflikts dar, der seit vergangenem Oktober schwelt.

Damals startete das Militär nach ähnlichen Angriffen eine Grossoffensive. Nach UNO-Einschätzung begingen die Einsatzkräfte dabei wahrscheinlich Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi verurteilte die jüngsten Gewalttaten, bei der mit Waffen, Stöcken und selbst gebastelten Bomben bewaffnete Rohingyas Polizeiwachen angriffen.

Der Umgang mit den 1,1 Millionen Angehörigen der Volksgruppe, denen die Staatsbürgerschaft Myanmars versagt wird, gilt als grösste Herausforderung für Suu Kyi. Ihr wird vorgeworfen, sich nicht für die Minderheit einzusetzen und sich damit hinter die brutalen Gegenoffensiven der Armee zu stellen.

Bangladesch nimmt offiziell keine Flüchtlinge auf. Trotzdem dürfen letztlich viele die Grenze passieren. In Bangladesch leben Hunderttausende Rohingyas, allein seit Oktober sollen 87'000 angekommen sein.