Kommentar

An der Klimakonferenz in Madrid kommt es zum Stillstand statt zum Wandel

Am Uno-Klimagipfel in Madrid wurde lange verhandelt. Das Resultat überzeugt nicht.

Am Uno-Klimagipfel in Madrid wurde lange verhandelt. Das Resultat überzeugt nicht.

Die knapp 200 teilnehmenden Staaten einigen sich auf den allerkleinsten gemeinsamen Nenner. Die Öffentlichkeit muss hartnäckig bleiben, nur dann wird es griffige Massnahmen geben.

«Zeit zum Handeln»: Das Motto der Klimakonferenz von Madrid wurde am Ende ad absurdum geführt. Das Klima wandelt sich, aber die Staatengemeinschaft tritt auf der Stelle. Die fast 200 Staaten konnten sich nur auf einen Minikompromiss einigen. Einigungen, die wichtig gewesen wären, wurden auf die lange Bank geschoben. Die Schlusserklärung bekräftigt, was ohnehin im Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 schon drinsteht.

Das magere Ergebnis liegt vor allem an den Verschmutzern Australien, Brasilien, Indien, Saudi-Arabien und den USA. Letztere etwa legen sich bei Finanzierungsfragen quer – und das obwohl sie dem Abkommen im nächsten Jahr sowieso den Rücken kehren wollen. Brasilien wiederum versuchte gar Vorteile für CO2-Verursacher herauszuschinden – immerhin wurden diese Vorschläge versenkt.

Sie zeigen aber auf, wie tief der Graben zwischen den zwei Welten ist. Draussen vor dem Konferenzgebäude die Klimabewegung, die laut fordert, dass jetzt etwas passiert. Drinnen die schwierige Suche nach einem gemeinsamen Nenner zwischen Staaten, die mal weniger, mal mehr unter dem Klimawandel leiden – und die mal mehr, mal weniger Lust haben, etwas dagegen zu tun. Um diese Welten zusammenzubringen, braucht es eine Öffentlichkeit, die nicht lockerlässt. In Europa hat sich gezeigt, dass etwas erreicht werden kann. Ohne Klimaproteste wäre es kaum zum European Green Deal der EU gekommen.

COP25 - Klimakonferenz: Umweltverbände zutiefst empört

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Bei der UN-Klimakonferenz ist eine Einigung auf Regeln für einen internationalen Handel mit Klimaschutz-Gutscheinen gescheitert. Knapp 200 Nationen konnten sich nur aufs Minimale einigen. Die Hauptziele der Konferenz wurden somit nicht erreicht. Umweltverbände sind enttäuscht und empört.

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Autor

Roman Schenkel

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