Ukraine

Amnesty International besorgt über Beweise für Folter in Ostukraine

Folteralarm im Konflikt in der Ukraine: Gefangene in Lugansk

Folteralarm im Konflikt in der Ukraine: Gefangene in Lugansk

Amnesty International sammelt immer mehr Berichte für Folter und Menschenraub in der Ostukraine. In den vergangenen Monaten seien Journalisten, Aktivisten und Demonstranten schwer verprügelt und gefoltert worden, teilte die Menschenrechtsorganisation in London mit.

Amnesty beschuldigt sowohl bewaffnete Separatisten-Gruppen als auch Kiew-treue Kräfte. Umfassendes, belastbares Zahlenmaterial gebe es nicht. Jedoch habe eine Selbsthilfegruppe einem Rechercheteam von Amnesty in der Region eine Namensliste von über 100 Zivilisten präsentiert, die gefangen gehalten würden.

Die Vereinten Nationen berichteten von 222 Entführungen in den vergangenen drei Monaten. Das ukrainische Innenministerium listet 500 Fälle von Entführungen zwischen April und Juni auf.

"Das Gros der Verschleppungen wird von bewaffneten Separatisten verübt, die Opfer sind oft Prügeln bis zum Erbrechen und Folter ausgesetzt", sagte Denis Kriwoschejew, bei Amnesty International zuständig für Europa and Mittelasien.

Ein weibliches Opfer berichtete, wie sie gezwungen wurde, mit ihrem eigenen Blut einen Separatisten-Wahlspruch an eine Wand zu schreiben. Es gebe aber auch Beweise für eine kleinere Zahl von Missbrauchshandlungen, die von regierungsnahen Kräften begangen würden.

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