Ägypten

Amnesty International beschuldigt das ägyptische Militär der Folter

Amnesty bezichtigt das ägyptische Militär der Folter an friedlichen Demonstranten.

Keineswegs nur Beschützer der Demonstranten

Amnesty bezichtigt das ägyptische Militär der Folter an friedlichen Demonstranten.

Nach eigenen Aussagen hat die Menschenrechtsorganisation durch eigene Ermittlungen zahlreiche Fälle von Folter an friedlichen Demonstranten aufgedeckt.

Tritte, Peitschenhiebe, Elektroschocks. Nicht nur die Polizei, sondern auch der vermeintliche Vermittler, das Militär, soll in Ägypten gefoltert haben.

Das zumindest schreibt Amnesty International Schweiz in einem Communiqué. Demzufolge hat Amnesty ein Rechercheteam nach Ägypten geschickt, das sich mit zahlreichen ehemaligen Gefangenen getroffen hat.

So erzählt ein 18-jähriger, wie er in der Nähe des Tahrir-Platzes in Kairo verhaftet und verschleppt wurde. An einem ihm unbekannten Ort haben ihn Soldaten malträtiert:

«Sie legten eine Kette oder etwas ähnliches um meine Füsse und zogen mich hoch, so dass ich kopfüber hing. Immer wieder tauchten sie mich in ein Fass mit Wasser. Sie sagten, ich solle gestehen, von Israel oder dem Iran ausgebildet zu sei. Sie misshandelten mich auch mit Elektroschocks, bis ich in Ohnmacht fiel.»

Lückenlose Aufklärung gefordert

Andere berichten von Peitschenhieben und Elektroschocks, mit denen sie bis zur Ohnmacht gequält wurden.

Folterexperte Patrick Walder fordert eine schnelle und lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse. Ausserdem solle das Militär seine Angehörigen zu korrektem Verhalten mahnen. (mik)

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