USA

Amerika wird das Virus nicht los – das sind die neuen Hotspots

US-Präsident Donald Trump: Seine Regierung hat die Coronalage im Land noch nicht unter Kontrolle.

US-Präsident Donald Trump: Seine Regierung hat die Coronalage im Land noch nicht unter Kontrolle.

Die Coronafälle in den USA steigen weiter. In diesen Bundesstaaten wütet Covid-19 besonders stark.

Nun also auch Walmart: Am Mittwoch gab Amerikas grösster privater Arbeitgeber den Befehl aus, dass ab dem 20. Juli in sämtlichen 4750 Filialen in den USA eine Maskenpflicht herrsche. Dies sei «ein einfacher Schritt», um die Ausbreitung von Covid-19 zu bremsen, sagte Dacona Smith, der operative Leiter des Milliarden-Unternehmens.

Diese Ankündigung des Detailhändlers, der gerade im ländlichen Amerika oftmals konkurrenzlos ist, verdeutlicht, wie stark die Coronakrise die weltgrösste Volkswirtschaft weiterhin im Griff hält. Zuletzt hatten die Gesundheitsbehörden am Dienstag landesweit eine Zunahme von fast 66000 neuen Corona-Fällen registriert, oder rund 50 Prozent mehr als noch vor 14 Tagen. Wichtiger noch: Auch die Zahl der Covid-19-Todesfälle, die seit dem ersten Höhepunkt der Krise im April stetig zurückging, steigt nun wieder an. Derzeit sterben täglich etwas mehr als 950 Amerikanerinnen und Amerikaner an den Folgen der Pandemie.

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Einen zweiten Lockdown um jeden Preis verhindern

Im Gegensatz zum Frühjahr, als das Virus vor allem im Ballungsraum New York und New Jersey wütete und (bis heute) gegen 48000 Menschen tötete, befinden sich nun zahlreiche Hotspots im Landesinnern. Stark betroffen ist auch Florida. Und selbst republikanische Gouverneure, die es gemeinhin vermeiden, die Arbeit von Präsident Donald Trump offen zu kritisieren, äussern sich zunehmend kritisch über den Stand der Dinge. So nannte der texanische Regierungschef Greg Abbott den Anstieg der Spitaleinweisungen «sehr gefährlich»; auch wies Abbott darauf hin, dass sich zunehmend junge Amerikaner mit Corona infizierten.

Abbott, Gouverneur des zweitgrössten Bundesstaates Amerikas, sagte zudem, er wolle mit allen Mitteln verhindern, erneut einen Lockdown zu verhängen. Sein demokratischer Amtskollege in Kalifornien, dem bevölkerungsstärksten Staat, ist da schon weiter. Gavin Newsom verfügte zu Wochenbeginn die Schliessung von Restaurants, Bars, Fitnessclubs, Kirchen, Büros und Einkaufszentren in Bevölkerungszentren wie Los Angeles. «Das Virus wird uns noch lange erhalten bleiben», sagte er warnend.

Regulärer Schulbeginn in Gefahr

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Amerika auch nach den langen Sommerferien – traditionell müssen Kinder von Anfang Juni bis Ende August nicht zur Schule gehen – nicht zum Normalbetrieb zurückkehren wird. Schulbezirke in Städten wie Los Angeles oder Atlanta (Georgia) haben bereits bekannt gegeben, dass der Unterricht auch zu Beginn des neuen Schuljahres nur virtuell stattfinden werde. Andere Bezirke streben eine Mischlösung an; besorgte Eltern und Lehrkräfte allerdings könnten die Pläne, Kinder zumindest an einigen Tagen in einem Schulhaus zu unterrichten, in den kommenden Wochen noch zu Fall bringen.

Präsident Trump dementierte derweil am Mittwoch, dass er sich mit seinem Berater Anthony Fauci – einem weltweit anerkannten Epidemiologen – verkracht habe. «Ich kann sehr gut mit Doktor Fauci», sagte der Präsident im Oval Office des Weissen Hauses. Die Frage war aufgetaucht, weil Peter Navarro, ein wirtschaftspolitischer Berater Trumps, Fauci in einem Meinungsartikel scharf angegriffen hatte. Angeblich sei dieser Beitrag nicht mit dem Weissen Haus abgesprochen gewesen, hiess es aus dem Präsidentenstab.

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