20:52 Zwei verletzte Helfer bei Angriffen auf Ambulanzen Bei den Kämpfen in Libyen sind nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zwei Ambulanzen des Roten Halbmondes beschossen worden. Dabei seien in der Stadt Misrata zwei Helfer verletzt worden; eine Ambulanz sei ausgebrannt. Das IKRK appelliert an die Konfliktparteien, unter allen Umständen medizinisches Personal, medizinische Einrichtungen und Fahrzeuge zu respektieren und zu schützen.

20:26 Ölpreis könnte auf 130 Dollar steigen Kommt es zu einem Totalausfall der libyschen Öllieferungen kommen, könnte der Preis für ein Fass Öl gemäss Analysten innert vier Wochen auf 130 Dollar hochschnellen.

20:22 Opposition lehnt Gespräche mit Chavez ab Mustafa Gheriani, Oppositionssprecher in Bengasi, sagt, der einzige Fall in dem die Opposition mit Chavez sprechen würde, sei wenn Gaddafi nach Venezuela flüchten würde: «Dann werden wir ihn fragen, ob er Gaddafi nach Libyen zurückschickt, damit unsere Justiz ihm den Prozess machen kann.»

19:57 Opposition bringt sich in Position für Kampf um Brega Der libysche Mittelmeerhafen Brega rückt immer mehr in das Zentrum des Kampfes zwischen Rebellen und Truppen von Gaddafi. Kampfflugzeuge bombardierten heute vermutlich eine zu einem Ölkomplex gehörende Landebahn. Rebellen, darunter viele übergelaufene Soldaten, bezogen rund um Brega Stellung. Am Mittwoch hatten sie die erste Gegenoffensive von Gaddafis Truppen in der Region Brega-Adschdabija nach schweren Kämpfen zurückgeschlagen.

19:53 200 000 Flüchtlinge Diese Zahl teilt die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit. Mindestens 20'000 weitere Menschen versuchten der Gewalt noch zu entfliehen und warteten in Libyen auf den Grenzübertritt.

19:25 Opposition rückt 30 Kilometer vor BBC-Reporter James Simpson ist – wie bei fast allen grossen Ereignissen der letzten 40 Jahre der Weltgeschichte – auch in Libyen hautnah dabei. Nachdem er gestern von den Kämpfen um Brega berichtet hat, habe die Opposition ihre Checkpoints heute um 30 Kilometer weiter nach Westen verlegt. Die Ölstadt ist immer noch umkämpft, so wurden heute mehrere Luftangriffe auf eine Landebahn geflogen.

19:02 Chinesische Fregatte in Nato-Gewässern Das erste Mal überhaupt fährt die chinesische Fregatte Xuzhou in das Mittelmeer ein. Sie wurde von einer Anti-Piraterie-Mission in den Gewässern vor Somalia abgezogen, um vier zivile Schiffe zu beschützen, die rund 4000 Chinesen aus Libyen evakuieren sollen. Die Fregatte steht unter genauer Beobachtund der Nato, die chinesische Kriegsschiffe in internationalen Gewässern normalerweise von eigenen Schiffen begleiten lässt, wie die britische «Dailymail» berichtet.

18:41 Saif al-Islam gibt Interview Gaddafis Sohn sagt gegenüber Sky News, die Bombardements in Brega dienten nur dazu, die Oppositionellen einzuschüchtern: «Niemand überlässt die Kontrolle Bregas jemand anderem. Das ist, als wenn Holland die Kontrolle über den Hafen von Rotterdam abgeben würde.»

18:36 Perverse Szenen an Tunesiens Küste Korrespondent Rob Crilly vom Telegraph schreibt: «Tausende französische und deutsche Touristen spielen Golf und frohlocken in Tunesiens Meerwasser, umgeben von einer humanitären Krise [...].»

18:05 Europa jagt Strohmänner Gaddafis Mindestens ein Strohmann Gaddafis soll sich in Europa aufhalten, um dort Gelder für das Gaddafi-Regime zu beschaffen. Mustafa Sarti, so sein Name, soll deshalb morgen der Zugang zu seinen Geldern entzogen werden. Weil er im Zuge der guten libysch-österreichischen Beziehungen einst einen österreichischen Pass erhalten hat, kann er sich aber frei in Europa bewegen.

17:58 US-Soldaten auf Kreta Die US-Armee hat gestern rund 400 Soldaten auf der griechischen Ferieninsel stationiert, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

17:32 Gaddafis Massaker drängen Österreich an die Wand Der verstorbene Jörg Haider soll enge Beziehungen zu Gaddafis Regime geführt haben. So eng, dass Gaddafi-Sohn Saif einst sogar straflose davon kam, als auf dem Anwesen seiner Villa in Wien eine Prostituierte tödlich verunglückte als sie «versuchte, von einem Baum aus in Saifs Schlafgemach hochzuklettern». Die Staatsanwaltschaft habe die Leiche nie zu Gesicht bekommen, die Justiz keine Anklage erhobe, wie der «Blick» schreibt. Ausserdem gehe das Gerücht um, Haider hätte von Gaddafi 45 Millionen Euro bekommen. Entsprechende Konti wurden nie gefunden.

17:16 Arabische Liga begrüsst Idee für internationale Kommission Chavez' Informationsminister Andres Izarra sagt, die Arabische Liga habe Interesse gezeigt an der venezuelanischen Idee, eine internationale Kommission zu gründen, die in Libyen mit beiden Seiten Gespräche führen soll, um um auf einen Frieden hinzuarbeiten.

16:23 Ungleiche Kräfteverhältnisse Während Gaddafi nach Angaben der BBC noch immer über 10 000 Mann starke Truppen, 2000 Panzer und 374 Flugzeuge verfügt, schätzen Experten die Truppenstärke der Rebellen nur gerade auf 5000 bis 10 000 Kämpfer. Dazu kommt eine Hand voll veralteter Panzer, die sie erobern konnten sowie einige Kampfjets, die sie aber nicht einsetzen können oder wollen. Dazu kommt noch die 100 000 Mann starke libysche Armee, auf die sich Gaddafi allerdings nicht vollkommen verlassen kann.

Die Opposition hat nur einige, alte Panzer (Screenshot BBC)

Die Opposition hat nur einige, alte Panzer (Screenshot BBC)

16:21 «Wir haben nicht weniger als hundert Soldaten festgenommen» Oppositionelle in Brega berichten der Nachrichtenagentur AFP gegenüber, sie hätten bei den Kämpfen um die Stadt gestern um die hundert Soldaten Gaddafis festgenommen.

16:13 «Tripolis ist ruhig» Den Zeugenaussagen von Guardian steht ein Helikopterflug von Al Jazeera über Tripolis gegenüber: Während der Guardian vor einigen Stunden schrieb, Söldner seien in den Strassen von Tripolis unterwegs, berichtet Al Jazeera mit den Videoaufnahmen aus dem Helikopter nun von einem weitgehend ruhigen Tripolis. Auf ihrem Flug entdecken sie nur zwei Auffälligkeiten: «Eine kleine Menschenmenge vor einem Regierungsgebäude, wos kostenloses «Rund-um-die-Uhr-Entertainment» gebe und Flüchtlinge, die im zum Erliegen gekommenen Hafen warten. Läden seien weiterhin geschlossen, Anti-Gaddafi-Slogans an Gebäuden wurden mit grüner Farbe überstrichen.

«Rund-um-die-Uhr-Entertainment»: Menschen in Tripolis (Screenshot Al Jazeera)

«Rund-um-die-Uhr-Entertainment»: Menschen in Tripolis (Screenshot Al Jazeera)

16:08 «Ausländische Truppen in Libyen könnten kontraproduktiv sein» Frankreichs Aussenminister warnt vor einem unüberlegten Einschreiten der Nato: Die Libyer wollten keine Nato-Truppen in ihrem Land, deshalb könnte ein Einschreiten schnell kontraproduktiv sein. Die Vorbereitungen einer Flugverbotszone dienten nur dazu, bei einer Verschlechterung der Lage schnell eingreifen zu können.

15:48 EU spricht 30 Millionen Euro für Flüchtlinge Das Geld kommt der Hilfe für die Flüchtlinge in Tunesien und Ägypten zu Gute, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die Schweiz hat bereits 500 000 Franken zur Verfügung gestellt.

15:41 Rebellen feiern Sieg in Brega Gemäss einem BBC-Korrespondent vor Ort hätten beim Angriff von Regierungstruppen viele Oppositionelle befürchtet, die Regierungstruppen könnten Brega einnehmen und anschliessend die Küstenstädte der Reihe nach überrollen. Umso grösser ist nun die Freude über den gestern errungenen Sieg.

Rebellen fahren in Konvois hupend Küstenstrassen entlang (Screenshot BBC)

Rebellen fahren in Konvois hupend Küstenstrassen entlang (Screenshot BBC)

15:33 WHO befürchtet Epidemie In den Flüchtlingslagern in Tunesien seien alle Voraussetzungen für den Ausbruch einer Epidemie gegeben, sagt Eric Laroche, Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

15:26 Söldner jagen durch Tripolis Gaddafis Truppen ziehen zur Zeit durch die Strassen von Tripolis und schiessen auf jeden, den sie sehen. Die Leichen nehmen sie mit. Das berichten zwei Augenzeugen telefonisch dem «Guardian».

Söldner in den Strassen von Tripolis (Screenshot YouTube)

Söldner in den Strassen von Tripolis (Screenshot YouTube)

15:20 Luftbrücke von Tunesien nach Ägypten tritt in Aktion Die Uno-Flüchtlingsagentur twittert, in den nächsten 24 Stunden würden mehr als 50 Flugzeuge Ägypter aus Tunesien nach Hause fliegen.

15:14 Der vierte Versuch in zwölf Tagen Der Luftangriff auf ein Munitionsdepot gestern war bereits der vierte Versuch in zwölf Tagen, das Depot in die Luft zu jagen. Gaddafi will so verhindern, dass die Munition der Opposition in die Hände fällt.

Der vierte Angriff, gestern Mittwoch (Screenshot BBC)

Der vierte Angriff, gestern Mittwoch (Screenshot BBC)

14:48 Bilder von Gefechten um Flughafen in Brega Diese Bilder tauchten vor drei Stunden auf YouTube auf. Sie sollen Oppositionelle im Kampf um den Flughafen von Brega zeigen. Regierungstruppen griffen ihn gestern an. Die Authentizität des Videos lässt sich nicht überprüfen.

Kämpfe um den Flughafen von Brega

14:36 Staatsfernsehen meldet Beschlagnahmung von Beruhigungspillen Das libysche Militär will in einem Hafen 37 Milliarden Beruhigungspillen entdeckt haben, berichtet die BBC nach einem entsprechenden Bericht des libyschen Staatsfernsehens. Zuvor hat Gaddafi in Reden immer wieder gesagt, die Oppositionellen würden unter Drogen stehen.

14:18 Ermittlungen gegen Gaddafi und seinen inneren Kreis Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) Luis Moreno-Ocampo hat Ermittlungen gegen Gaddafi eingeleitet. Die Ermittlungen beträfen Gaddafi und seinen «inneren Kreis», darunter einige seiner Söhne, sagte Moreno-Ocampo am Donnerstag in Den Haag. Betroffen seien jene Vertreter, die «Befehlsgewalt über die Sicherheitskräfte» hätten.

Ocampo an der Pressekonferenz heute mittag in Den Haag (Screenshot Al Arabija)

Ocampo an der Pressekonferenz heute mittag in Den Haag (Screenshot Al Arabija)

14:12 Zahl der Flüchtlinge unklar Während Behörden die Zahl der Flüchtlinge in Tunesien mit 16 000 angeben, sagen Reporter und Helfer vor Ort, die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge sei unbekannt – viel zu gross sei das Chaos. Wasserversorgung und sanitäre Anlagen würden gemäss Uno kaum ausreichen.

14:08 Glückskette eröffnet Konto Seit gestern kann auf www.glückskette.ch oder unter dem Vermerk «Nordafrika» für Flüchtlinge aus Libyen gespendet werden.

14:06 Brite bei Kämpfen getötet Grossbritannien prüft Medienberichte, wonach bei Kämpfen in Brega ein Brite erschossen wurde. Der Mann mit libyschen Wurzeln ist letzte Woche nach Libyen gereist, um Familienangehörigen zu helfen.

13:40 Preise für Nahrungsmittel sind weltweit auf neue Rekordhöhen gestiegen Der Preisindex der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) zeigt, dass die Preise für Lebensmittel - ausser für Zucker - im achten Monat hintereinander gestiegen sind. Der Trend dürfte nicht nachlassen. Getreide musste allein im Februar einen Anstieg um 3,7 Prozent hinnehmen. Ölpreissteigerungen könnten den schon prekären Nahrungsmittelmarkt weiter belasten, warnt David Hallam, Direktor der Handels- und Marktabteilung. Anfang des Jahres waren im von Nahrungsmittelimporten abhängigen Algerien wegen der Teuerung Aufstände ausgebrochen. Auch bei den Protesten in Tunesien spielten hohe Preise eine wichtige Rolle. (sda)

13:25 Deutschland schliesst Botschaft in Tripolis Der Schritt sei wochenlang vorbereitet worden, teilt das deutsche Aussenministerium mit. Deutsche in Libyen wurden vorher ausdrücklich angewiesen, bestehende Möglichkeiten zur Ausreise zu nutzen.

12:10 «Sie sind alle bereit, in den Kampf zu ziehen» Menschen versammeln sich auf den Strassen von Bengasi, demonstieren lautstark und schiessen in die Luft. Wie eine Reporterin von Al Dschasira sagt, seien die Menschen bereits, sofort in den Kampf gegen Gaddafi und seine Truppen zu ziehen.

12:05 Hmima will nicht UNO-Botschafter für Libyen sein Libyens neu ernannter UNO-Botschafter in Genf, Murad Mohammed Hmima, will den Posten nicht antreten. Die libysche Führung habe verschiedenste Waffengattungen sowie Söldner aus anderen Staaten eingesetzt. Damit seien Menschenrechte und Völkerrecht krass verletzt worden. Er unterstütze die libysche Revolution, hiess es in der Erklärung des Diplomaten.(sda)

10:10 Aufständische nehmen Soldaten in Brega gefangen Der Nachrichtensender Al-Arabija zeigte am Donnerstag Bilder der Militärs, die die Aufständischen am Mittwoch gefangen nahmen. In der weiter östlichen gelegenen Stadt Tobruk habe sich eine Einheit der Marine den Aufständischen angeschlossen, hiess es.  (sda/dpa/Reuters)

10:08 Neue Luftangriffe auf Ölanlage in Brega Bomben sollen 2 Kilometer neben der Ölanlage in Brega niedergegangen sein, berichtet Al Dschasira.

9:16 Ölpreis ist leicht gesunken Die Ölpreise haben leicht nachgegeben. Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur April-Lieferung kostete am frühen Morgen 115.89 Dollar. Das waren 46 Cent weniger als am Mittwoch.

9:00 Die Gefechte rund um Brega sind immer noch im Gang Augenzeugen berichten, wie sich Soldaten in Ras Lanuf sammeln, um Richtung Brega aufzubrechen. «Die Autos sind gefüllt mit Söldner, die zu einer Abteilung ausserhalb der Stadt Ras Lanuf stossen», schreibt «Shabab Libya» auf Twitter.

7:21 Drei holländische Marinesoldaten sind seit Sonntag in Libyen gefangen Sie wurden in der Stadt Sirte von bewaffneten Milizen verhaftet, als sie versuchten Zivilisten zu evakuieren. «Es sind intensive diplomatische Gespräche im Gang, um die Gefangenen zu befreien», sagte das niederländische Verteidigungsministerium gegenüber der Nachrichtenagentur ANP. 

6:38 Chávez diskutiert mit Gaddafi Möglichkeiten der Vermittlung Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat nach Auskunft seines Informationsministers mit dem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi telefoniert und die Gründung eines Blocks freundlich gesinnter Staaten vorgeschlagen, der zwischen Gaddafi und seinen Gegnern vermitteln soll. Wie Al Dschasira berichtet, habe Gaddafi das Angebot angenommen.

6:15 Zehntausende Menschen auf der Flucht vor den Unruhen in Libyen Die Grenzübergänge werden regelrecht überrannt. Die Zahl der Flüchtlinge hat nach UNO-Angaben mittlerweile die Marke von 180'000 überschritten. (sda)

5:09 Beyoncé spendete Gage für Konzert vor Gaddafi-Sohn für Haiti Auch Sängerin Beyoncé verzichtet auf ihre Gage, die sie für einen Auftritt vor dem Gaddafi-Clan erhalten hatte. Dies teilt die Sängerin am Mittwoch mit. Sie spendete das Geld bereits vor einem Jahr, sah sich nun angesichts der Gewalt in dem nordafrikanischen Land zu einer Stellungnahme gezwungen. (sda/afp)

2:26 Gaddafi-Clan soll 30 Mrd. Dollar auf österreichischen Konten haben Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi soll nach Berichten der österreichischen Zeitung «Die Presse» in Wien über einen eigenen Vermögensverwalter verfügen. Bei dem Vertrauensmann handle es sich um Mustafa Sarti, den Vizechef des libyschen Staatsfonds. Ein ehemaliger Gaddafi-Vertrauter schätzte das Vermögen des Gaddafi-Clans allein in Österreich auf etwa 30 Milliarden Dollar. (sda)

2:19 Arabische Aussenminister diskutieren Flugverbotszone «Die Situation in Libyen muss sich dahin gehend ändern, dass das libysche Volk seine Ansichten frei ausdrücken kann und nicht Opfer blutiger Attacken wird», sagte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa. «Wir müssen das libysche Volk retten und deshalb appellieren wir an Libyen und die libyschen Behörden, sofort die Angriffe auf das libysche Volk zu beenden.»

Oppositionelle erobern Flughafen (Screenshot Al Jazeera)

Oppositionelle erobern Flughafen (Screenshot Al Jazeera)