Die deutsche Spitzenpolitikerin Alice Weidel will die Schweiz verlassen. In einem Interview im Herbst kündigte die Fraktionschefin der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) an, im Jahr 2018 mit ihrer Familie nach Berlin ziehen zu wollen. Doch zumindest bislang ist dies nicht passiert, wie Recherchen der Sonntagszeitung zeigen.

Noch immer leben Weidels Partnerin und die zwei Kinder in der Stadt Biel. Und laut mehreren Quellen soll die Rechtsaussen-Politikerin bis heute nach wie vor regelmässig dort anzutreffen sein. Offizielle Auskünfte der Stadtverwaltung gibt es keine mehr. Vor einem Jahr hatte Biels Sicherheitschef André Glauser gegenüber den Medien noch bestätigt, dass Weidel in Biel gemeldet sei.

Jetzt sagt er zur Sonntagszeitung nur noch: «Ich kann zu dieser Frage keine Auskunft geben.» Diese Reaktion kann nur bedeuten, dass Weidel ihre Daten bei der Einwohnerkontrolle hat sperren lassen. Offenbar will die Politikerin ihre Spuren in der Schweiz verwischen. Auch in einer anderen Angelegenheit gibt es bis heute kaum Informationen.

Im Herbst 2017 publizierte die «Zeit» einen Artikel, in dem es hiess, Weidel habe in ihrem Haushalt in Biel eine Studentin und eine syrische Asylbewerberin schwarz für sich arbeiten lassen. Weidel hat die Berichterstattung stets als falsch bezeichnet und die Vorwürfe bestritten. Der Fall kam zur AHV-Zweigstelle in Biel - und dürfte längst abgeschlossen sein. Auskunft erteilt die Behörde aber ebensowenig. Klar ist lediglich: Zumindest zum äussersten Mittel – zu einer Strafanzeige – haben die Beamten nicht gegriffen.