Eine Antwort aus den USA stehe noch aus, sagte Nigerias Informationsminister Labaran Maku. Liberia hatte schon am Montag die Zusage aus den USA erhalten, mit "ZMapp" zwei infizierte Ärzte behandeln zu können.

Danach hatte der Hersteller Mapp Biopharmaceutical allerdings mitgeteilt, seine Vorräte seien vorerst erschöpft. Es werde Monate dauern, die Produktion hochzufahren, hatte der US-Sender CNN kürzlich einen Unternehmenssprecher zitiert. Mit dem zuvor nur an Affen getesteten Mittel "ZMapp" waren zwei US-Helfer und ein inzwischen verstorbener Spanier behandelt worden.

Nicht nur bei "ZMapp", auch bei anderen möglicherweise einsetzbaren Präparaten sind die verfügbaren Mengen derzeit nicht gross genug, um damit Hunderte Patienten behandeln zu können.

Vorbeugende Mittel hingegen wären zumindest begrenzt vorhanden: Schätzungsweise 800 bis 1000 Dosen Impfstoff könnten nach Westafrika gebracht werden, sagte der stellvertretende Leiter der kanadischen Gesundheitsbehörde, Gregory Taylor. Auch dieser Wirkstoff wurde noch nicht in klinischen Studien am Menschen getestet.

ECOWAS-Mitarbeiter gestorben

Aus Nigeria wurde unterdessen ein dritter Ebola-Toter gemeldet. Ein 36-jähriger Mitarbeiter sei in Lagos gestorben, teilte die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS mit. Er habe Kontakt zu dem infizierten Berater der liberianischen Regierung gehabt, der im Juli nach Lagos geflogen und am Flughafen zusammengebrochen war.

Der ECOWAS-Mitarbeiter habe seither unter Quarantäne gestanden, hiess es weiter. Mehr als 100 Menschen stehen in Nigeria derzeit unter Beobachtung.

Ein erhöhtes Risiko für das Übergreifen der Ebola-Epidemie besteht nach Auffassung der WHO auch im ostafrikanischen Kenia. Der Flughafen der Hauptstadt Nairobi gilt als wichtiges Drehkreuz im afrikanischen Luftverkehr.

Die zuständige Landesdirektorin Custodia Mandlhate sagte, es sei sehr wichtig, dass das Land seine Kontrollen weiter verschärfe. Nach Angaben des britischen Senders BBC landen wöchentlich 70 Flüge aus Westafrika in Kenia, darunter auch aus den von Ebola betroffenen Ländern.

Bundesrat gibt Entwarnung

Ghana hat seine Vorsorgemassnahmen bereits erweitert. Bildungsministerin Jane Naana Opoku Agyemang wies die Hochschulen des Landes an, das kommende Semester zwei Wochen später beginnen zu lassen. Temperaturmessungen an den Grenzen sollen verhindern, dass mit Ebola infizierte Studenten zum Semesterstart einreisen. Zudem soll es vorerst keine internationale Konferenzen und öffentliche Grossveranstaltungen mehr geben.

Deutschland forderte derweil alle deutschen Staatsbürger auf, aus Guinea, Sierra Leone und Liberia auszureisen. Ausgenommen sei medizinisches Personal, das dringend zur Bekämpfung des Virus' benötigt werde, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin.

Die Schweizer Regierung beobachtet die Situation im vom Ebola betroffenen Westafrika sorgfältig. Für die Schweiz gibt sie aber Entwarnung: "Nach derzeitiger Beurteilung ist die Gefahr einer Ausbreitung der Krankheit in der Schweiz sehr klein. Käme es dennoch dazu, wären Vorbereitungen getroffen", teilte der Bundesrat am Mittwoch mit.

Personen, die sich in einem der betroffenen Länder - derzeit sind dies Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone - ansteckten und in die Schweiz zurück gebracht werden müssten, könnten in Schweizer Spitälern isoliert behandelt werden.

Bis zum Mittwoch hatten die Behörden der betroffenen Länder der WHO 1975 bestätigte undEbola-Verdachtsfälle gemeldet, 1069 Tote waren registriert.