Seit Monaten betreibt in Deutschland ein anonymer Unterstützerverein Wahlwerbung für die Alternative für Deutschland (AfD). Gemäss einem Artikel in der aktuell erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wird die Werbekampagne offenbar von der Schweiz aus gesteuert.

Hinter der Aktion stehe der Inhaber der im Kanton Zürich ansässigen PR-Agentur Goal AG des gebürtigen Deutschen Alexander Segert. Segert ist in der Schweiz kein Unbekannter: Der 53-Jährige hat in der Vergangenheit für die SVP einige umstrittene Kampagnen entworfen, unter anderem das „Schäfchenplakat“ und das Plakat, mit welchem die SVP für ihre Initiative gegen den Bau von Minaretten landesweit gekämpft hatte.

Nach Angaben des Magazins soll die Goal AG mehrere hundert Plakatflächen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin gebucht haben, auf denen ein „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten“ zur Wahl der AfD aufrief.

In Mecklenburg-Vorpommern fanden Anfang September Landtagswahlen statt, die AfD zog hinter der SPD als zweitstärkste Kraft ins Parlament ein. Am 18. September finden zudem in Berlin die Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt. Goal-Geschäftsführer Segert wollte sich auf Anfragen des „Spiegel“ nicht zu den Recherchen äussern.

Köppel droht mit juristischen Schritten

Zumindest Parallelen zum Wahlkampf nach Vorbild der SVP waren in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zu erkennen, wo in fast zwei Millionen Haushalten eine „Extrablatt“ genannte Gratiszeitung landete, die sich für die Wahl der AfD stark machte. Auch im aktuellen Wahlkampf in Berlin wird ein Extrablatt in die Haushalte verteilt, das sich gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung stellt.

Den Machern der Gratiszeitung droht nun aber Ungemach aus der Schweiz. In dem Blatt wurden zwei zuvor in der „Weltwoche“ erschienene Beiträge des Publizisten Henryk M. Broder übernommen. „Weltwoche“-Herausgeber und SVP-Nationalrat Roger Köppel droht den Machern nun juristische Schritte an. „Nachdruck ohne Genehmigung geht nicht.“