Äthiopien

Äthiopien: Rebellen in Tigray sollen binnen 72 Stunden kapitulieren

Geflüchtete Menschen aus der Region Tigray warten im Sudan auf Decken, die von dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ausgegeben werden. Foto: Nariman El-Mofty/AP/dpa

Geflüchtete Menschen aus der Region Tigray warten im Sudan auf Decken, die von dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ausgegeben werden. Foto: Nariman El-Mofty/AP/dpa

Im Konflikt um die äthiopische Region Tigray hat die Regierung der dortigen Rebellengruppe und Regierungspartei, der Volksbefreiungsfront TPLF, eine 72-Stunden-Frist zur Kapitulation gesetzt.

Das Büro des Regierungschefs Abiy Ahmed erklärte am Sonntag, die Streitkräfte rückten nun auf die Regionalhauptstadt Mekelle vor, damit beginne die "finale Phase" der Offensive. Erst tags zuvor hatte die Armee die zweitgrösste Stadt der Region, Adigrat, unter Kontrolle gebracht.

Äthiopiens Regierung hatte nach Monaten der Spannungen zwischen Addis Abeba und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) jüngst eine Offensive begonnen. Dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zufolge trieb der Konflikt bereits etwa 33 000 Menschen zur Flucht in das Nachbarland Sudan. Die Zahl könnte demnach noch auf rund 200 000 steigen.

Die TPLF war die dominante Partei in der Parteienkoalition, die Äthiopien mehr als 25 Jahre lang mit harter Hand regierte. Als Regierungschef Abiy Ahmed 2018 in Äthiopien an die Macht kam, brachte er Reformen auf den Weg, entfernte Funktionäre der alten Garde und gründete eine neue Partei, der die TPLF nicht beitrat. Die TPLF und viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und wünschen sich grössere Autonomie. Unter Abiy Ahmed - der 2019 den Friedensnobelpreis erhielt - sind ethnische Spannungen in dem Vielvölkerstaat mit rund 112 Millionen Einwohnern gestiegen.

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