Ein Bündnis von fünf Oppositionsgruppen rief am Mittwoch für Freitag erneut zu einem "Protest der Millionen" auf, der erstmals nicht nur auf dem Kairoer Tahrir-Platz, sondern auch an anderen Orten der Hauptstadt stattfinden soll.

Die Alternative zu einem Dialog sei ein Putsch, und das würde hektische Entscheidungen und viel Unvernunft bedeuten, erklärte Suleiman, der bis zu seiner Ernennung zum Vizepräsidenten am 29. Januar der Leiter des ägyptischen Geheimdienstes war.

Ein Putsch könnte laut Suleiman "vom Regime selbst, oder vom Militär" kommen. Oder erfolgen, wenn das System nicht mehr funktioniere. "Eine Kraft, ob es die Polizei oder der Geheimdienst oder die (Muslim-) Bruderschaft ist, könnte ein 'kreatives Chaos' anrichten, um das Regime zu beenden und die Macht zu übernehmen."

Gespräche auf Eis gelegt

Die Muslimbruderschaft legte am Mittwoch die Gespräche mit der ägyptischen Führung auf Eis. Zugleich erneuerte die Oppositionsgruppe in Kairo ihre Forderung nach einem Rücktritt Mubaraks.

Auch ein Sprecher der Jugendorganisationen, die die Proteste auf dem Tahrir-Platz anführen, wies Suleimans Forderung nach einem Dialog ohne einen Rücktritt Mubaraks zurück.

Die UNO und die USA drückten derweil aufs Tempo. Der Wandel müsse kommen, "je früher, desto besser", sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon nach einer Unterredung im Sicherheitsrat in New York.

Zusammenstösse in Zentralägypten

In den ägyptischen Grossstädten Kairo, Alexandria und Suez protestiert die Bevölkerung seit mehr als zwei Wochen gegen das Regime von Mubarak. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kamen dabei bislang mindestens 297 Menschen ums Leben.

Offenbar kam es in den vergangenen Tagen aber auch im Zentrum des Landes zu Zusammenstössen. Polizisten und Demonstranten lieferten sich in der Oasenstadt Al-Charga, 400 Kilometer südlich von Kairo, gewaltsame Auseinandersetzungen, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Sicherheitskreisen erfuhr.