Das sagte der Minister für die Beziehungen zu den Verfassungsinstitutionen und der Zivilgesellschaft, Kamel Jendoubi, am Donnerstag in Tunis. Das "gesamte Netzwerk" hinter dem Attentat sei enttarnt worden.

Sein Amtskollege Lazhar Akremi, beigeordneter Minister im Innenministerium, erklärte nach Angaben einheimischer Medien, die Festgenommenen sollen in Terrorlagern im Nachbarland Libyen ausgebildet worden sein.

Der tunesische Student Seifeddine Rezgui hatte am vergangenen Freitag an einem Strand in Port El Kantaoui nahe Sousse 38 Menschen erschossen. Der Attentäter wurde von Sicherheitskräften erschossen.

Zu dem Anschlag bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung. Auch der Attentäter soll nach Angaben des Innenministeriums in einem libyschen Terrorlager gewesen sein. Im libyschen Bürgerkriegschaos haben Extremisten mehrere Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht.

Britische Experten an Ermittlungen beteiligt

Die Medienkonferenz von Jendoubi war die erste zum Stand der Ermittlungen seit dem Attentat. Jendoubi hatte nach den Anschlägen den Vorsitz über den einberufenen Krisenstab übernommen. Aus dem tunesischen Innenministerium hiess es am Donnerstag, im Zuge der Ermittlungen seien weitere Festnahmen möglich.

Nach den Angaben Jendoubis sind an den Ermittlungen auch britische Sicherheitsexperten beteiligt. Unter den 38 in Sousse getöteten Touristen waren 30 Briten, wie der britische Aussenminister Philip Hammond am Donnerstag offiziell bestätigte.

Am Freitag, genau eine Woche nach den Anschlägen, soll nach Angaben Hammonds um zwölf Uhr mittags in Grossbritannien und allen britischen diplomatischen Vertretungen weltweit in einer Schweigeminute der Opfer gedacht werden.

Jendoubi hob am Donnerstag hervor, dass zur Sicherung der touristischen Gebiete mehr als 1300 bewaffnete Sicherheitskräfte entsandt worden seien. Sie sollten die bereits vor Ort befindlichen Polizeikräfte unterstützen.

Das Attentat auf die Anlage des Hotels Riu Imperial Marhaba war das bislang blutigste in der Geschichte Tunesiens. Im März hatten Attentäter bei einem Anschlag auf das Nationalmuseum Bardo in Tunis 22 Menschen töteten, die meisten von ihnen auch ausländische Touristen. Die Attentate sind auch für die tunesische Wirtschaft, die stark vom Tourismus abhängt, ein schwerer Schlag.