Zusätzliche Zollbeamte an Grenzübergängen mit Deutschland und Schweden sollen dann Kontrollen zur Eindämmung grenzüberschreitender Kriminalität durchführen, sagte Christensen.

Es werde aber an den deutsch-dänischen Grenzübergängen lediglich Stichproben durch zunächst 30 zusätzliche Zöllner geben. "Bei weitem die Mehrheit aller Reisenden wird davon überhaupt nichts merken", versicherte er. Für die jetzt in grosser Zahl an Dänemarks Nordseeküste strömenden Touristen aus Deutschland werde es "keine Staus oder sonstige Behinderungen" geben.

Die dänischen Grenzkontrollen sind innerhalb der EU und auch in Deutschland wegen des Rechts auf freie Beweglichkeit im Schengen-Raum umstritten. Eine Mehrheit von 55 gegen 50 Stimmen im dänischen Parlament lehnte am Freitag den Antrag der Opposition auf Streichung der Regierungspläne aber ab.

Schleswig-Holstein nicht erfreut

Dänemark ist mit Schweden nur durch die Öresundbrücke verbunden. Auf dem Festland grenzt Dänemark einzig an das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein. Dessen Ministerpräsident Harry Carstensen kritisierte am Freitag die Wiedereinführung permanenter Zollkontrollen durch die Dänen.

"Wir sind nicht glücklich darüber. Das haben wir deutlich gemacht", sagte Carstensen der dpa in Kiel. "Wir wollen offene Grenzen und nicht geschlossene. Wir wollen mehr Personenverkehr und mehr Wirtschaftsverkehr", sagte er. Er sehe die Kontrollen aber noch nicht ganz kommen.

Die Pläne wurden von der EU-Kommission in Brüssel als mögliche Verletzung des Schengener EU-Vertrages über freie Beweglichkeit kritisiert. Nach dänischer Auffassung steht das neue System in Übereinstimmung mit dem Schengen-Vertrag. Es wird auf Initiative der rechtspopulistischen DVP aus dem Regierungslager eingeführt.