Klimakonferenz

500 Millionen Menschen sollen sich gegen Klimaschäden versichern

Nach den Stürmen "Irma" und "Maria" profitierten Bewohner karibischer Inseln von Versicherungsleistungen.

Nach den Stürmen "Irma" und "Maria" profitierten Bewohner karibischer Inseln von Versicherungsleistungen.

Rund 500 Millionen Menschen sollen gegen die Folgen des Klimawandels versichert werden. Die 2015 am G7-Gipfel in Elmau beschlossene Initiative wurde an der Klimakonferenz in Bonn ausgeweitet.

Zu Beginn war das Ziel, 100 Millionen Menschen in besonders vom Klimawandel betroffenen Ländern gegen Schäden zu versichern. Die Partnerschaft wurde nun um weitere 400 Millionen Menschen erweitert.

Zu den Partnern gehören nicht mehr nur die sieben führenden Industrieländer, sondern die 20 grössten Industrie- und Schwellenländer (G20), darunter China, Brasilien und Indien. Auch die Weltbank ist dabei. Partner auf der Seite der Betroffenen ist die V20, Gruppe der 49 dem Klimawandel am stärksten ausgesetzten Länder.

Es geht um direkte Versicherungen für einzelne Haushalte oder Kleinstunternehmen sowie indirekte Versicherungen für Staaten und Gemeinden. Auch wird der Auf- und Ausbau von Versicherungssektoren in den jeweiligen Ländern unterstützt.

Eines der jüngsten Beispiele der InsuResilience-Partnerschaft war die rasche Auszahlung von 55 Millionen Dollar an zehn karibische Staaten nach den Stürmen "Irma" und "Maria". Und in Sambia konnten über 23'000 versicherte Bauern für die Schäden einer grossen Dürre entschädigt werden, wie an der Klimakonferenz bekannt gegeben wurde.

Versicherungsschutz mit Grenzen

Diese Versicherungsinitiative sei ein Mosaikstein im grossen Bild der Klimafinanzierung, sagte Gunthard Niederbäumer vom Schweizerischen Versicherungsverband gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Ein Teil der Schäden verursacht durch Extremereignisse können heute versichert werden. Es gebe aber Schäden, die kaum mehr versicherbar seien oder nur zu sehr hohen Prämien. Da könne die Partnerschaft eine wichtige Rolle spielen.

Aber es gebe auch Grenzen, sagte Niederbäumer, der Mitglied der Schweizer Delegation in Bonn ist. Zum einen sei es sehr schwierig, Ereignisse zu versichern, die regelmässig wiederkehrten, also keine Zufälligkeit mehr hätten.

Zum andern gebe es langsam fortschreitende Entwicklungen wie der steigende Meeresspiegel oder immer salziger werdendes Grundwasser. Für Versicherungen stelle sich dann die Frage, ab wann sie zahlen müssten, sagte der gelernte Klimatologe weiter. Und schliesslich habe jeder Versicherungsvertrag Entschädigungslimiten.

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