Grossbritannien

4000 Polizisten sollen Thatcher auf ihrem letzten Weg begleiten

Thatchers Sarg in der Kapelle St: Am Mittwoch wird die «Eiserne Lady» beigesetzt.

Thatchers Sarg in der Kapelle St: Am Mittwoch wird die «Eiserne Lady» beigesetzt.

Mit grossem Pomp wird heute Mittwoch die ehemalige britische Premierministerin Margreth Thachter beigesetzt. Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort, um erwartete Krawalle zu verhindern. Die horrenden Kosten rufen Kritiker auf den Plan.

Ein Staatsbegräbnis, wie es 1965 Winston Churchill erhalten hat, ist es zwar nicht, aber auch nicht viel weniger:

Thatchers Sarg wird zunächst im Leichenwagen zur Kirche St. Clement Danes gefahren, von dort wird er in einem Trauerzug auf einem Geschützwagen zur St. Paul's Kathedrale im Osten Londons gebracht.

2000 geladene Gäste

2000 geladene Trauergäste und mehrere tausend Zuschauer an den Strassen werden der gestorbenen ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher die letzte Ehre erweisen.
Ihr Leichnam wird von Veteranen des Falkland-Krieges begleitet. Insgesamt marschieren 700 aktive Soldaten im Trauerzug mit.

Im Tower of London wird Salut geschossen. Die Kirchenglocke Big Ben am Turm des Parlamentsgebäude wird auf Anweisung des Parlamentspräsidenten John Bercow während der Feierlichkeiten schweigen.

4000 Polizisten

Thatcher war am Montag vergangener Woche im Alter von 87 Jahren einem Schlaganfall erlegen, nachdem sie bereits mehrere Jahre lang pflegebedürftig gewesen war.

Auch aufgrund der tagelangen Anti-Thatcher-Demonstrationen wird der Trauerzug von bis zu 4000 Polizisten beschützt. Der Bomben-Anschlag in Boston hat die Wachsamkeit noch erhöht.

Zu den Trauergästen gehören neben Königin Elizabeth II. als britischem Staatsoberhaupt zahlreiche Prominente, darunter die Soulsängerin Shirley Bassey. Die internationale Politik schickt nicht die erste Garde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich von Aussenminister Guido Westerwelle vertreten. Die US-Regierung Barack Obamas schickt keinen Vertreter. Dafür nehmen mit Henry Kissinger, James Baker und George Shultz drei ehemalige US-Aussenminister an den Feierlichkeiten teil. Auch die Schweiz wird mit alt Bundesrat Arnold Koller von einem ehemaligen Regierungsmitglied vertreten.

Aufwändige Trauerfeier

Kritiker in Grossbritannien, darunter der Buckingham Palast, haben die Dimension der von Downing Street, der Konservativen Partei und der Familie Thatcher organisierten Trauerfeier kritisiert. Die Kosten werden bis auf zehn Millionen Pfund (14,2 Millionen Franken) geschätzt.

Besonders hart ging der frühere Vize-Regierungschef John Prescott mit Thatcher ins Gericht: «Sie intrigiert noch aus dem Sarg heraus», schrieb er im «Sunday Mirror». Sie habe behauptet, sie wolle kein Staatsbegräbnis, «doch sie plante für sich das gleiche Zeremoniell wie für die Königinmutter». Oder für Prinzessin Diana. Doch während deren Tod 1997 eine kollektive Massentrauer auslöste, wird jener von Margaret Thatcher mit teilweise unverhohlener Freude quittiert. «Rust in Peace» (roste in Frieden) gehört noch zu den harmloseren Sprüchen an die Adresse der «Eisernen Lady».

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