Der Istanbuler Polizeichef Hüseyin Capkin sagte, der Angreifer habe vergeblich versucht, mit seiner Bombe am Körper in einen Einsatzbus zu gelangen. Die Polizei stellte nach dem Anschlag nahe des Tatortes weitere Bomben sicher.

Zwei der Verwundeten wurden durch den Anschlag schwer verletzt, wie Capkin vor Journalisten sagte. Der Polizeichef sagte jedoch nicht, ob es sich bei den Schwerverletzten um Polizisten oder Passanten handelte. Zunächst war von 15 Verletzten die Rede gewesen.

Der Anschlag wurde am Morgen in dem im europäischen Teil Istanbuls gelegenen Viertel Taksim auf dem gleichnamigen Taksim-Platz verübt. Der Platz ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, auf dem sich an jedem Tag tausende Menschen aufhalten. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie zahlreiche Ambulanzen zum Explosionsort fuhren.

Schwerster Anschlag seit sieben Jahren

Über die Motive für den schwersten Anschlag in Istanbul seit sieben Jahren lagen zunächst keine Informationen vor. Kurdische Rebellen haben in der Vergangenheit in der Türkei Selbstmordanschläge verübt. Ein von den Rebellen einseitig ausgerufener Waffenstillstand ging am Sonntag zu Ende.

1999 und 2001 gab es auch schon Selbstmordanschläge auf Polizisten am Taksim-Platz, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. 1999 wurden 13 Menschen verletzt, 2001 wurden zwei Polizisten getötet und zehn Menschen verwundet.

Das Gebiet rund um den Anschlagsort wurde Fernsehberichten zufolge abgeriegelt. Auch die nahe Istiklal-Strasse wurde demnach abgesperrt. Die belebte Einkaufsmeile wird tagtäglich von vielen Touristen besucht und ist am Abend ein Schauplatz des Nachtlebens in der Zwölf-Millionen-Einwohner-Stadt.