Kuwait/Syrien

2,4 Millarden für das Syrische Volk - Doch nötig wären 6,5 Milliarden

Die Geberländer sprachen bei der Konferenz in Kuwait 1,5 Milliarden für das notleidende Syrische Volk.

Die Geberländer sprachen bei der Konferenz in Kuwait 1,5 Milliarden für das notleidende Syrische Volk.

An einer Geberkonferenz für die notleidenden Menschen in Syrien haben Regierungen Hilfsgelder in Höhe von rund 1,5 Milliarden US-Dollar zugesagt. Laut der UNO reicht dies aber nicht aus, um in diesem Jahr Nothilfe für alle bereitzustellen.

An einer Geberkonferenz für die notleidenden Menschen in Syrien haben Regierungen Hilfsgelder in Höhe von rund 2,4 Milliarden US-Dollar zugesagt. Laut der UNO reicht dies aber nicht aus, um in diesem Jahr Nothilfe für alle Flüchtlinge und Vertriebenen bereitzustellen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte vor den Teilnehmern der Konferenz am Mittwoch in Kuwait: "Wir schätzen, dass wir in diesem Jahr 6,5 Milliarden Dollar benötigen werden."

Die grösste Hilfszusage kam am Mittwoch vom Gastgeber Kuwait. Das arabische Emirat will die Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Bürgerkriegsland mit 500 Millionen US-Dollar unterstützen, Katar und Saudi-Arabien mit je 60 Millionen. US-Aussenminister John Kerry kündigte Hilfsgelder in Höhe von 380 Millionen Dollar an.

Die EU hatte bereits im Vorfeld angekündigt, zusätzlich 165 Millionen Euro zu geben. Internationale Hilfsorganisationen sagten bei einem Vortreffen in Kuwait zu, 400 Millionen Dollar beizutragen. Grossbritannien will 164 Millionen Dollar beisteuern, Deutschland 80 Millionen Euro.

Für Nahrung, Medikamente und Zelte

Das Geld wird vor allem für Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medikamente und Zelte für die vom Bürgerkrieg vertriebenen Menschen gebraucht. Bei der ersten Geberkonferenz für Syrien vor einem Jahr waren in Kuwait 1,5 Milliarden Dollar zusammengekommen, doch wurden nach kuwaitischen Angaben bisher nur 75 Prozent der Zusagen erfüllt.

Am Mittwoch trafen erstmals wieder Lebensmittel in der ehemaligen Rebellenhochburg Birseh ein. Die Bewohner des Vorortes von Damaskus hatten monatelang gehungert, weil die Regierungstruppen ihr Viertel abgeriegelt hatten. Die Hilfslieferungen sind das Ergebnis einer lokalen Waffenruhe, die in dieser Woche zwischen dem Regime und den Rebellen vereinbart worden war.

Schlechte Aussichten

Die Aussichten auf eine umfassende politische Lösung für den seit fast drei Jahren andauernden Konflikt stehen aber momentan schlecht. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, er hoffe, dass bei den für kommende Woche geplanten Friedensverhandlungen in der Schweiz eine Lösung gefunden werde. Bislang steht aber noch nicht einmal fest, ob die Exil-Opposition an den Verhandlungen überhaupt teilnehmen wird.

Der syrische Vize-Aussenminister Feisal al-Mekdad drückte in einem BBC-Interview seine Hoffnung auf eine Wiederannäherung zwischen westlichen Regierungen und dem Regime aus. Al-Mekdad sagte, in den vergangenen Monaten hätten Mitarbeiter mehrerer westlicher Geheimdienste in Damaskus vorgesprochen. Viele Regierungen hätten erkannt, dass es keine Alternative zu Präsident Baschar al-Assad gebe.

Westliche Geheimdienste beunruhigt besonders der Zustrom von "Dschihadisten" aus Europa, die sich in Syrien Terrorgruppen anschliessen. Alleine aus Frankreich sollen 740 Islamisten in den Syrienkrieg gezogen sein, aus Deutschland kamen 2013 rund 240.

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