Israel

24 Jahre nach seiner Ermordung ist Rabins Traum verblasst

30000 Israeli versammelten sich am Samstag zu Ehren des 1995 ermordeten Premierministers Izchak Rabin in Tel Aviv.Bild: Abir Sultan/EPA

30000 Israeli versammelten sich am Samstag zu Ehren des 1995 ermordeten Premierministers Izchak Rabin in Tel Aviv.Bild: Abir Sultan/EPA

Tausende Israeli gingen am Wochenende zu Ehren ihres Ex-Premiers Izchak Rabin auf die Strasse. Um Frieden ging’s dabei nur am Rand.

Unter dem Motto "Ja zu Frieden, Nein zu Gewalt" versammelten sich die Menschen am Samstagabend auf dem zentralen Rabin-Platz. Ein jüdischer Fanatiker hatte Rabin auf dem heutigen Rabin-Platz am 4. November 1995 nach einer Friedenskundgebung erschossen, um territoriale Zugeständnisse an die Palästinenser zu verhindern. Die Veranstaltung damals fand unter dem gleichen Leitspruch "Ja zu Frieden, Nein zu Gewalt" statt.

"Die Hetze erhebt wieder ihr hässliches Haupt", sagte Ex-Militärchef Benny Gantz vom oppositionellen Mitte-Links-Bündnis laut dem israelischen Militärradio. Er versprach: "Die Kinder Israels werden nicht mehr in einem Land aufwachsen, dessen Anführer sich dem Hass widmen."

Dem Mord an Rabin war rechtsextreme Hetze gegen den Regierungschef vorangegangen. Auch dem heutigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wird vorgeworfen, damals zu dem politischen Klima beigetragen zu haben, in dem der Mord möglich wurde.

Israel ist in einer politischen Krise. Im September haben die Bürger ein neues Parlament gewählt. Es war bereits die zweite Wahl innerhalb von rund fünf Monaten. Gantz hat den Auftrag zur Regierungsbildung. Zuvor war Netanjahu bei dem Versuch gescheitert, eine Koalition zu formen.

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