Das fünftägigen Manöver "Vigilant Ace" (wachsames Ass) diene dazu, die Einsatzbereitschaft und die operativen Fähigkeiten zu verbessern, erklärte das US-Militär. 12'000 Soldaten und rund 230 Militärflugzeuge nehmen an der Übung teil, darunter US-Tarnkappen-Jäger des Typs F-22 und sowie der Tarnkappen-Mehrzweckjet F-35.

Das Militärmanöver "Vigilant Ace" sei von defensiver Natur, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Vereinigungsministeriums am Montag. Die Luftwaffe trainiere aber auch für verschiedene Kriegsszenarien, darunter simulierte Präzisionsschläge gegen nordkoreanische Atomanlagen.

Nordkoreas Komitee für die friedliche Vereinigung des Landes bezeichnete US-Präsident Donald Trump am Sonntag als verrückt. Das Grossmanöver werde die schon jetzt heikle Situation auf der koreanischen Halbinsel an den Rand des Atomkriegs treiben.

Der chinesische Aussenminister Wang Yi nannte es am Montag bedauerlich, dass alle Beteiligten die Phase der relativen Ruhe in den beiden Monaten vor dem jüngsten Raketentest Nordkoreas nicht genutzt hätten. China und Russland hatten den USA und Südkorea vorgeschlagen, grosse Militärmanöver zu unterlassen.

Im Gegenzug sollte Nordkorea seine Waffenprogramme einstellen. Mit dem Test vor einer Woche erprobte Nordkorea nach eigenen Angaben erstmals eine Interkontinentalrakete, mit der das gesamte Gebiet der USA in die Reichweite nordkoreanischer Atomwaffen gerät.

Chinesische Übungsflüge

Die chinesische Luftwaffe teilte am Montag mit, ihre Aufklärungsflugzeuge hätten in den vergangenen Tagen Übungsflüge über dem Gelben und dem Ostchinesischen Meer absolviert. Es sei darum gegangen, die Kampfbereitschaft zu erhöhen und die strategischen Interessen des Landes zu sichern.

Die Flugzeuge hätten eine Route gewählt, die sie nie zuvor geflogen seien, und in Gebieten geübt, in denen sie nie zuvor operiert hätten. Sie hätten sich dabei mit Kampfjets und den Raketen-Verbänden abgestimmt.

US-Familien nach Hause schicken

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham hat unterdessen den Abzug von Familienangehörigen des US-Militärs aus Südkorea gefordert. "Angesichts der Provokationen Nordkoreas ist es verrückt, Kinder und Ehefrauen nach Südkorea zu schicken", fügte Graham im Fernsehsender CBS am Sonntag hinzu.

Derzeit sind rund 28'500 US-Soldaten in Südkorea stationiert. Grahams Einschätzung nach steigt nach den jüngsten nordkoreanischen Raketentests die Gefahr eines militärischen Konflikts zwischen den USA und Nordkorea.