Einem ranghohen Sicherheitsvertreter zufolge zettelte der mutmassliche Bagdader Chef des Al-Kaida-Ablegers Islamischer Staat im Irak, Huthaifa al-Batawi, den Aufstand in der Nacht zu Sonntag an. Ihm wird eine blutige Geiselnahme in einer Bagdader Kirche zur Last gelegt.

Batawi habe einem Oberst die Waffe entrissen, als er in der Nacht zu Sonntag zu möglichen Racheakten nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden bei einer US-Kommandoaktion in Pakistan verhört worden sei, sagte der Sicherheitsvertreter.

Der mutmassliche Al-Kaida-Chef für Bagdad habe den Oberst erschossen, mehrere Geiseln genommen und neun Mitgefangene befreit. Diese hätten sich weiterer Schusswaffen sowie Granaten bemächtigt.

Mehrere hochrangige Polizisten tot

Insgesamt starben bei dem mehrstündigen Aufstand den Angaben zufolge acht Polizisten, darunter neben dem Oberst und dem Chef der Anti-Terror-Einheit des irakischen Innenministeriums für das Bagdader Viertel Karrada, Moajed al-Saleh, noch zwei weitere Offiziere.

Fünf der befreiten Gefangen versuchten, in einem Polizeiauto zu fliehen. Sie wurden aber von Spezialkräften getötet, die zur Verstärkung eingetroffen waren. Die übrigen fünf Häftlinge verschanzten sich im Gefängnis und wurden bis gegen 4.30 Uhr (Ortszeit; 3.30 Uhr MESZ) ebenfalls getötet.

Der gleichfalls getötete Batawi galt als mutmasslicher Drahtzieher einer Geiselnahme in der chaldäisch-katholischen Kathedrale des Bagdader Stadtteils Karrada. Dabei waren im Oktober mehr als 50 Menschen getötet worden.

Er war im November mit elf weiteren mutmasslichen Al-Kaida-Mitgliedern festgenommen und als Bagdader Chef des Terrornetzwerkes präsentiert worden. Seiner mutmasslichen Terrorzelle würden ausser der Geiselnahme mehrere weitere Terrorakte vorgeworfen, sagte der Sicherheitsvertreter.