Ein Gericht sah es am Dienstag (Ortszeit) als erwiesen an, dass der 46-jährige Barry Ardolf über das Drahtlosnetzwerk seiner Nachbarn Drohungen an US-Vizepräsident Joe Biden und andere geschickt hatte, wie die Zeitung "Minneapolis Star Tribune" berichtete.

Nachbarin Bethany Kostolnik hatte zuvor vor Gericht geschildert, welche Qual es für sie gewesen sei, in Ardolfs Nachbarschaft zu leben. "Mein Mann und ich mussten unserem unschuldigen Kind viel zu früh erklären, dass es böse Menschen auf der Welt gibt - und dass er niemals in Barry Ardolfs Hof gehen darf."

Die Geschichte nahm ihren Ausgang im August 2008, als die gerade in Ardolfs Nachbarschaft gezogene Familie der Polizei meldete, ihr Nachbar habe ihren Sohn festgehalten und auf den Mund geküsst. Ardolf habe danach Rache genommen, indem er das Internetnetzwerk der Familie gehackt habe, legte die Staatsanwaltschaft dar.

Zunächst habe er im Namen von Matt Kostolnik ungehobelte Nachrichten sowie kinderpornografisches Material an dessen Chef und Kollegen geschickt. Nachdem Ardolf auch Drohmails an Biden und andere versandt habe, seien Ermittler ihm auf die Spur gekommen und hätten Ardolf 2009 bei einer Hausdurchsuchung überführt.

"Bis Ardolf inhaftiert wurde, verging kein Tag, an dem ich nicht einen weiteren Angriff befürchtete", sagte Matt Kostolnik der Zeitung zufolge. Die Staatsanwaltschaft stufte Ardolf als "gefährlichen Mann" ein: "Als er wütend auf seine Nachbarn wurde, macht er seinem Ärger mit einer absonderlichen und kalkulierten Terrorkampagne gegen sie Luft."