Experten halten die Rettung immer noch für ein Wunder: Nach 17 Tagen in der Dunkelheit wurden 12 Spieler und der Trainer der thailändischen Fussball-Jugendmannschaft «Wildschweine» aus der Tropfsteinhöhle Tham-Luang gerettet. Das Team hatte am 23. Juni einen Ausflug in die Höhle unternommen, wurde aber von einer Sturzflut überrascht – in Südostasien herrschte gerade Monsun-Saison.

Zunächst war die Hoffnung gering, überhaupt jemanden der Gruppe lebend zu finden. Neun Tage später die Überraschung: Die thailändische Marine und britische Taucher entdeckten das Team tief in der Höhle. Was darauf folgte, war ein riskantes Spiel auf Zeit: Das Wasser in der Höhle drohte ständig anzusteigen. Wie gefährlich die Rettung war, wurde am 5. Juli auf dramatische Weise unterstrichen: Ein ehemaliger Taucher der thailändischen Marine kam in der Höhle wegen Sauerstoffmangels ums Leben.

Neben dem Wetter erschwerten auch die engen Passagen der Höhle die Arbeit der Retter. Zusätzlich hatte keines der Kinder Erfahrung im Tauchen, weshalb sie von den Profis begleitet werden mussten. Diesen Widrigkeiten zum Trotz folgte am 8. Juli der erste Erfolg: Vier Kinder wurden erfolgreich aus der Höhle geborgen. In zwei weiteren Schritten wurden die restlichen Buben gerettet.

Nach einer Woche im Spital durften die Kinder wieder nach Hause zu ihren Familien. Später zogen sich die Kinder, mit einer Ausnahme, für neun Tage in ein Kloster zurück, um sich von den negativen Erfahrungen «reinigen» zu lassen, wie das im Buddhismus üblich ist.

AP: Gerettete Höhlen-Jungen zu Gast bei Ellen DeGeneres

AP: Gerettete Höhlen-Jungen zu Gast bei Ellen DeGeneres (15. Oktober)

Die zwölf Fussballjungen und ihr Trainer, die im Juli aus einer Höhle Thailands gerettet wurden, sind zu Gast in der US-Talksendung von Ellen DeGeneres. Im Interview erzählen sie der Moderatorin, dass sie während ihres dreiwöchigen Erlebnisses nie die Hoffnung aufgaben, gerettet zu werden.

Die Geschichte der «Wildschweine» sorgte nicht nur wegen der wundersamen Rettung für internationale Schlagzeilen, sondern auch wegen kurioser Begleitumstände. Im Mittelpunkt stand Tesla-Konzernchef Elon Musk. Dieser wollte mit einem Mini-U-Boot die Kinder aus der Höhle retten, das er sogar persönlich auslieferte.

Einer der britischen Rettungstaucher bezeichnete die Idee als «unbrauchbar» und geisselte Musks Besuch als «PR-Gag». Dieser wiederum liess die Kritik nicht auf sich sitzen und beschimpfte den Taucher auf Twitter als «Pädophilen». Ein paar Tage später entschuldigte er sich für die Aussage, wurde aber vom Taucher verklagt.