Vier weitere Menschen seien ums Leben gekommen, als Sicherheitskräfte in Zivil von Hausdächern auf einen Trauerzug schossen, berichteten syrische Oppositionelle im Libanon.

Augenzeugen berichteten von Hubschraubern, die am frühen Dienstagmorgen über Wohnvierteln kreisten, und von Salven aus Maschinengewehren. In Homs seien zehn, in dem Ort Al-Kusair an der Grenze zum Libanon drei Menschen getötet worden, teilte die Organisation Lokales Koordinationskomitee Syrien mit.

Truppenaufgebote mit Panzern hätten die Grenze zum Libanon abgeriegelt, um Fluchtwege ins Nachbarland abzuschneiden, teilten syrische Aktivisten im Libanon mit. Zuvor waren Dutzende syrische Familien über den Grenzübergang Wadi Chalid in den Zedernstaat geflohen. Diese Stelle hatten schon früher tausende Syrer genutzt, um sich vor der Gewalt der syrischen Sicherheitskräfte zu retten.

Die Stadt Homs gilt als eine der Hochburgen der Proteste gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Die Regimegegner schätzen die Gesamtzahl der Toten seit Beginn der Massendemonstrationen im März dieses Jahres auf mindestens 2000.

Bevölkerungsgruppen bekämpfen sich

Seit dem Wochenende seien mindestens 20 Menschen in Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Baschar al-Assad ums Leben gekommen. Über die Zahl der Toten liegen unterschiedliche Angaben vor. Sie nachzuprüfen ist praktisch unmöglich, weil Syrien fast alle ausländischen Journalisten des Landes verwiesen hat.

Die Auseinandersetzungen in Homs haben offenbar eine neue Qualität erhalten. Mittlerweile wird der Machtkampf offenbar auch zwischen den Bevölkerungsgruppen ausgetragen. In Homs leben Angehörige vieler Religionsgemeinschaften: Sunniten, Christen und Alawiten, zu denen auch Präsident Assad gehört.