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117 verletzte Polizisten: Linke Demonstranten wüten bei Hamburger Reeperbahn

Nach Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel ist am Samstag eine Demonstration für den Erhalt des linken Kulturzentrums Rote Flora aufgelöst worden. Nach Polizeiangaben nahmen rund 7300 Menschen an der Kundgebung teil, darunter rund 4700 gewaltbereite Demonstranten.

Wie die Hamburger Polizei am späten Abend mitteilte, kam es bereits kurz nach Beginn der Proteste zu Zusammenstössen. Demnach wurde die Polizei gezielt mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen.

Die Polizei, die mit mehr als 3100 Beamten im Einsatz war, habe daraufhin den Aufzug gestoppt und Wasserwerfer eingesetzt. Da vermummte Demonstranten die Polizei auch von einer Bahnbrücke mit Steinen beworfen hätten, sei der Bahnverkehr unterbrochen worden.

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Rund zwei Stunden nach ihrem Beginn sei die Demonstration dann für aufgelöst erklärt worden. Nach Angaben der Polizei beschädigten Teilnehmer der Demonstration im Anschluss eine Drogeriemarkt, eine Sparkasse und andere Geschäfte im Umfeld der Kundgebung.

Im Viertel St. Pauli und rund um die Reeperbahn seien später mehrere Fahrzeuge und Mülltonnen in Brand gesetzt, Schaufenster eingeschlagen und Polizeiwagen beschädigt worden, erklärte die Polizei.

16 Polizisten im Spital

Ihren Angaben nach wurden auch in anderen Stadtvierteln Polizeiwagen mit Steinen beworfen und die Fensterscheiben von Geschäften eingeworfen. Insgesamt seien während der Ausschreitungen 117 Polizisten verletzt worden, 16 von ihnen hätten im Spital behandelt werden müssen.

Es seien zudem 19 Menschen unter dem Verdacht des Landfriedensbruchs festgenommen worden. Ob es auf Seiten der Demonstranten Verletzte gab, war Polizei und Feuerwehr nicht bekannt.
Kulturzentrum von Räumung bedroht

Die Proteste richteten sich gegen die drohende Räumung des linksalternativen Kulturzentrums Rote Flora. Das frühere Theater im Zentrum des Schanzenviertels war 1989 besetzt worden und ist seitdem ein Symbolprojekt der linken Szene.

Seit dem Verkauf durch die Stadt an einen Investor droht jedoch die Räumung. Ausserdem richteten sich die Proteste gegen die Zwangsräumung der einsturzgefährdeten Esso-Häuser an der Reeperbahn sowie für ein Bleiberecht für Flüchtlinge.

In Erwartung von gewaltsamen Zusammenstösse hatte die Hamburger Polizei die Innenstadt bereits zuvor zum Gefahrenbereich erklärt. Wie sie mitteilte, könnten gewaltbereite Linksextremisten versuchen, in den Innenstadtbereich zu gelangen.

Dies könne zu erheblichen Gefahren für unbeteiligte Bürger führen. In einem Gefahrengebiet können Polizeibeamte je nach Lage Personen kontrollieren, Platzverweise erteilen, Aufenthaltsverbote aussprechen und Menschen in Gewahrsam nehmen.

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