Die Katastrophe traf das in 5270 Metern Höhe an der Grenze zu China gelegene Basis Camp mitten in der Hauptsaison. Fast 1000 Bergsteiger, Führer und Träger sollen in den 500 Zelten untergebracht gewesen sein, um sich auf den Aufstieg auf den höchsten Berg der Welt vorzubereiten, oder bereits am Berg gewesen sein. Etwa 400 sollen ausländische Touristen sein.

Von einer Lawine überrollt im Everest Basecamp 25.04.2015

Von einer Lawine überrollt im Everest Basecamp 25.04.2015

Das Video des deutschen Bergsteigers Jost Kobusch zeigt den Moment, in dem eine Lawine das Basislager am Mount Everest überrollt. Er schreibt dazu: «The ground was shaking from the earthquake and as soon as we saw people running we were running ourselves to save our lives»

Mindestens 18 Menschen wurden im Basislager von der Lawine getötet, darunter auch der Google-Ingenieur Dan Fredinburg, der an einer Kopfverletzung starb. Ein Spezialteam der indischen Armee hat inzwischen die Leichen geborgen. Weitere 61 Menschen wurden verletzt. Am Sonntag liess der Schneefall nach, sodass Helikopter alle Schwerverletzten evakuieren konnten.

Doch in den höheren Camps 1 und 2 sitzen angeblich mindestens 100 Bergsteiger fest. Der Abstieg ist ihnen verwehrt, weil Lawinen die Rückroute zerstört haben. «Unser Team ist in Camp 1 gefangen. Bitte betet für alle», schrieb Expeditionsführer Daniel Mazur. Helikopter werfen nun Seile und Eisschrauben über den höheren Camps ab, damit die Eingeschlossenen sich einen neuen Weg bahnen können. Auch die Überlebenden im Basislager sind noch nicht ausser Gefahr. Ständig gehen neue Lawinen ab.

Erst im vergangenen Jahr, am 18. April 2014, waren beim bisher schwersten Unglück in der Geschichte des Everest-Bergsteigens 16 Nepalesen in einer Lawine ums Leben gekommen. Danach hatten fast alle Teams die Besteigung abgesagt. (CH.M.)