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Es braucht ein «Ja» an den Gemeindeversammlungen: Das «Zusammenleben aargauSüd»-Projekt soll weitergeführt werden

Elf Gemeinden sind Teil der erfolgreichen Zusammenarbeit. Nun müssen sie mehr Geld bewilligen, damit das Programm weitergehen kann.

Cynthia Mira
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Ein Beispiel aus dem Hause Impuls Zusammenleben: Sozialhilfebezüger arbeiten im Rahmen von «jobwärts» gemeinnützig beim Forst. Sie werden von einem Mentor ehrenamtlich begleitet.

Ein Beispiel aus dem Hause Impuls Zusammenleben: Sozialhilfebezüger arbeiten im Rahmen von «jobwärts» gemeinnützig beim Forst. Sie werden von einem Mentor ehrenamtlich begleitet.

Rahel Plüss / WYS

2016 wurde das Programm «Impuls Zusammenleben aargauSüd» ins Leben gerufen. Zehn Gemeinden arbeiten seither an diversen sozialen Projekten und Förderungsmassnahmen gemeinsam. Beteiligt sind Birrwil, Burg, Gontenschwil, Leimbach, Menziken, Oberkulm, Reinach, Teufenthal, Unterkulm und Zetzwil. Im Januar 2021 kam Dürrenäsch als elfte Gemeinde hinzu.

Die vier Handlungsfelder, in denen «Impuls Zusammenleben» agiert, sind Integration, Freiwilligenarbeit, Frühe Kindheit sowie Kinder und Jugend. Ab 2022 soll ein Schwerpunkt zusätzlich auf das Thema «Alter» gelegt werden. Ein Beispiel für die Aktivitäten von «Impuls Zusammenleben» ist das lancierte Projekt «jobwärts.» Sozialhilfebeziehende und Asylsuchende finden Beschäftigungsmöglichkeiten, die von Freiwilligen begleitet und betreut werden.

Nach fünf Jahren läuft der Projektstatus aus. Der nächste Schritt ist die Verankerung des Programms in eine regionale Regelstruktur. Die Entscheidung darüber liegt bei den Gemeinden. In den jeweiligen Gemeindeversammlungen im Mai und Juni kommt es zu Abstimmungen.

Neu 8 statt 5 Franken pro Einwohner und Jahr

Am Donnerstagabend fand online eine Informationsveranstaltung zur Übergangsphase statt. Insgesamt 91 Personen nahmen teil. Die Aufzeichnung ist im Internet auf Youtube aufgeschaltet. Vertreter von Bund, Kanton sowie die Verantwortlichen sämtlicher Bereiche äusserten sich sehr positiv: Lobende Worte gab es für die bisherige Arbeit und die Chancen, die sich künftig aus den Synergien ergeben.

Insbesondere den Kosten müssten die Gemeinden im Frühsommer zustimmen. Diese belaufen sich auf 8 Franken pro Einwohner. In der ablaufenden Projektphase waren es noch 5 Franken pro Person. Die Gemeinden müssten damit einer Erhöhung von 3 Franken zustimmen. Eine noch nicht definitive Kostenberechnung ergab, dass für die Weiterführung (Infrastruktur, Personal und Projekt) 260'000 Franken nötig sind.

Der Bund zieht sich nach der Anstossfinanzierung zurück, gleichzeitig erhöht der Kanton aber seinen Beitrag; er übernimmt 111'000 Franken. Voraussetzung ist aber die regionale Zusammenarbeit. Die Gemeinden tragen 149'000 Franken. Hinzu kommen die Kosten für das Regionale Freizeithaus von 84'000 Franken. Insgesamt fallen somit 233'000 Franken an. Wie teuer das Programm aber konkret wird, hängt von der Anzahl der teilnehmenden Gemeinden ab. Aus Sicht der Initianten wäre ein Mitmachen von Beinwil am See erwünscht, das bisher abseits steht.

Zur Person

Martin Heiz (FDP)

Martin Heiz (FDP)

Gesamtleitung «Impuls Zusammenleben aargauSüd»

«Nichts dem Zufall überlassen»

«Wir sollten die gesellschaftlichen Entwicklungen nicht dem Zufall überlassen», sagte Martin Heiz (FDP) in der Videokonferenz. Der Reinacher Gemeindeammann hatte in den letzten fünf Jahren die Gesamtleitung von «Impuls Zusammenleben aargauSüd» inne. Er hat das Projekt von Anfang an begleitet. Es reiche nicht, nur im Strassenbau oder Kläranlagen zusammen zu arbeiten, sondern ein wichtiger Punkt sei es, das Zusammenleben aktiv und vor allem gemeinsam zu gestalten, sagt er. Mit der Weiterführung werde auch der Entstehung von Parallelgesellschaften entgegengewirkt.

Mit einer Videobotschaft wandte sich Regierungsrat Dieter Egli (SP) an die Teilnehmer der Konferenz:

«Die regionale Zusammenarbeit muss weitergehen.»

Er stehe voll und ganz hinter dem Programm und die Weiterführung sei auch ein Anliegen des Kantons. Man habe ein «vorbildliches Projekt geschaffen.» Der Vorteil sei, dass die Strukturen bereits bestünden und unter einem Dach laufen würden, sagte Karin Faes, Vorstandsmitglied aagauSüd Impuls. Die Trägerschaft bleibt der Gemeindeverband aargauSüd.