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In Böttstein liegt die Gams im Pfeffer – die etwas andere Alternative aus dem Zurzibiet

Wildgerichte stehen derzeit saisonalbedingt hoch im Kurs. Die besondere Ziegenart auf der Speisekarte in Böttstein fällt unseren deutschen Nachbarn besonders auf.

Juliane Schlichter, Südkurier
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Gamspfeffer wird vor einem Gasthaus in Böttstein beworben.

Gamspfeffer wird vor einem Gasthaus in Böttstein beworben.

Roland Gerard/Südkurier

Der Herbst bringt nicht nur buntes Laub, leuchtend-orangene Kürbisse und Wetterkapriolen wie das Sturmtief Ignatz mit sich. Die dritte Jahreszeit sorgt auch für Abwechslung auf den Speisekarten der regionalen Gasthäuser. Vielerorts bieten die Wirte beispielsweise Schlachtplatte – im hiesigen Dialekt auch Metzgete genannt – an.

Liebhaber der deftigen Küche finden auf den üppig belegten Tellern unter anderem Blut- und Leberwurst mit Sauerkraut. Im Herbst haben aber auch Wildgerichte Saison. Ob Wildschweinbraten, Rehgulasch oder Wildragout – derzeit köcheln und brutzeln in zahlreichen Restaurants jene Gerichte, die der heimische Wald hergibt.

Eine Alternative zu Reh, Hirsch und Keiler gibt es im Zurzibiet. Im Örtchen Böttstein bewirbt ein Wirt Gamspfeffer mit Spätzli und Rotkraut auf einer Schiefertafel vor seinem Lokal. Gams ist ein anderer Name für Gämse – eine Ziegenart, die unter anderem im Schwarzwald und den Schweizer Alpen beheimatet ist.

In jenem Restaurant liegt die Gams offensichtlich im Pfeffer, wie der Blick auf die Speisekarte verrät. Damit gemeint sein dürfte eher die Art der Zubereitung und weniger eine Schweizer Variante des deutschen Sprichworts „Da liegt der Hase im Pfeffer“. Der Ausdruck bedeutet so viel wie „Das ist der entscheidende Punkt“.

Bei der Zubereitung von solchen Pfeffergerichten ist der entscheidende Punkt übrigens, dass der Sauce in der Regel Blut beigemischt ist. Dann greift so manch einer dann doch lieber zum Rehschnitzel.

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