Asylunterkunft Rekingen
Zweites Aarburg? Gemeinderat reagiert verschnupft über späte Information

Der Kanton stellt Rekingen vor vollendete Tatsachen: Er hat neben der Asylunterkunft zusätzliche Wohnungen für 50 Asylbewerber gemietet. Deren Zahl erhöht sich damit auf über 130. Der Gemeinderat ist erstaunt, dass er erst spät informiert wurde.

Nadja Rohner
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Asylunterkunft in Rekingen
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Im November erhöht sich die Zahl der Asylbewerber - der Kanton hat Wohnungen für 50 zusätzliche Personen gemietet.
Die Asylunterkunft in Rekingen.
Die Asylunterkunft in Rekingen.
Die Asylunterkunft in Rekingen.
Die Asylunterkünfte am Rossweg in Rekingen.

Asylunterkunft in Rekingen

Alex Spichale

Der Gemeinderat Rekingen wurde erst letzte Woche, am Donnerstag, 23. Oktober, über den unerwarteten Zuwachs an Asylbewerbern informiert – eine Woche, bevor die ersten einziehen sollen, und nachdem der Mietvertrag des Kantons mit dem Wohnungseigentümer zwar noch nicht unterschrieben, aber so gut wie in trockenen Tüchern war.

Wie 2009

«Wir sind enttäuscht und erstaunt über das Vorgehen des Kantons», sagt Gemeindeammann Werner Schumacher. «Wenn man uns bereits informiert hätte, als man mit dem Eigentümer verhandelte, wäre das bestimmt die schönere Gangart gewesen. Jetzt hat man uns vor vollendete Tatsachen gestellt.» Dasselbe sei schon 2009 passiert, als die Asyunterkunft eröffnet wurde.

Dennoch – die Gemeinde möchte das Thema sachlich angehen. Schumacher: «Wir verstehen, dass man der humanitären Situation Beachtung schenken muss – es stecken viele menschliche Schicksale dahinter. Und wir sehen auch ein, dass der Kanton diese Asylbewerber zugewiesen bekommt und sie irgendwie unterbringen muss. Wir verstehen aber nicht, dass es immer noch Gemeinden gibt, die Ersatzabgaben leisten, statt selber Asylbewerber aufzunehmen – und wir dann gleich so viele aufnehmen müssen.» Der Gemeinderat möchte nun prüfen, ob die Gemeinde Rekingen finanziell dafür entschädigt werden könnte.

Situation beruhigte sich

Die aktuelle Situation in der Asylunterkunft sei relativ ruhig, erzählt Schumacher. «Im Spitzenzeiten waren bis zu 91 Personen dort untergebracht, und es hat recht gut funktioniert», so der Ammann. Nach einer schwierigeren Zeit vor zwei Jahren habe sich die Situation dank „Crime Stop“ und ausgedehnten Sicherheits- und Präventivmassnahmen deutlich beruhigt. «Das muss sicher in mindestens diesem Rahmen weitergehen.»

Am 31. Oktober findet um 19.30 Uhr ein Informationsanlass im Gemeindesaal Rekingen statt.

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