Gemeinderatswahlen Rekingen
Zwei Offizielle und ein Inoffizieller

Am Sonntag findet die Ersatzwahl für den Gemeindeammann und den Gemeinderat in Rekingen statt. Drei Kandidaten stehen zur Auswahl.

Corinne Rufli
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Ersatzwahlen Rekingen

Ersatzwahlen Rekingen

 Jürg Fischer kandidiert als Gemeindeammann in Rekingen.

Jürg Fischer kandidiert als Gemeindeammann in Rekingen.

Der bisherige Rekinger Gemeindeammann Anton Barth tritt zurück. Deshalb müssen die Stimmberechtigten einen neuen Gemeindeammann und einen Gemeinderat wählen. Anton Barth habe sich beruflich neu ausgerichtet und möchte seine Kräfte in diesem Bereich konzentrieren. Die Zusatzbelastung mit dem zeitintensiven Amt des Gemeindeammanns liege deshalb nicht mehr drin, teilt Barth mit.

Es gibt zwei offizielle Kandidaten: Jürg Fischer, bisher Vizeammann, kandidiert für das Amt des Ammanns und Markus Käppel für den frei werdenden Sitz als Gemeinderat. Der dritte Kandidat, René Hiltbrand, hat sich zu spät für eine offizielle Kandidatur angemeldet. Mit dem Stimmzettel wurde die Bevölkerung aber über Hiltbrands Kandidatur informiert.

Jürg Fischer will eine solide Basis

Jürg Fischer ist seit 2007 im Gemeinderat von Rekingen tätig. Zuerst in den Ressorts Bildung und Ortsbürger. Für die laufende Amtsperiode übernahm er die Finanzen. «Dieses Ressort ist für eine Gemeinde wie Rekingen, welche mit ihrer Lage ausserhalb des ‹Speckgürtels› nur über eine kleine Eigenfinanzierung verfügt, spannend», sagt der 46-Jährige. «Es ist immer wieder eine kreative Herausforderung, den Finanzhaushalt einigermassen im Lot zu halten.» Umso wichtiger sei es, die Weichen für die Zukunft zu stellen und die Gemeinde wieder auf eine solide Basis zu bringen. Fischer ist Geschäftsleitungsmitglied der Verwaltung 2000, der Verwaltungsstelle für 7 Gemeinden im Studenland/Rheintal. «Wir haben damit ein Modell geschaffen, das sehr gut funktioniert.» Er sei überzeugt, dass sich damit auch in Zukunft Potenzial für eine spannende Basis und eine intensive Zusammenarbeit oder sogar für eine Fusion als langfristiges Ziel biete.

Fischer, der als Business Consultant für die junge Firma bluEDGE arbeitet, setzt sich für ein angenehmes Wohnklima, gerade auch für Familien ein. Und wo steht Jürg Fischer politisch? «Vom Parteibüchlein her bin ich CVPler, weil sich da die politischen und gesellschaftlichen Ziele am meisten mit meiner Einstellung decken. Man soll eine Linie haben, aber auch bereit sein, einen Konsens einzugehen, wenn es der Sache hilft.»

Die Arbeit im Gemeinderat gefällt ihm: «Ich habe viel Neues kennen gelernt, die Arbeit ist zeitintensiv, aber auch vielfältig und spannend. Man lernt viele Leute und dedizierte Meinungen kennen und bekommt einen vertieften Einblick in die eigene, schöne Gegend.» Auch die Arbeit und der Kontakt mit der Bevölkerung machen ihm viel Freude.

Markus Käppel will Anreize schaffen

Markus Käppel hat sich bisher in der Schweiz noch nicht politisch engagiert. «Ich wurde erst letztes Jahr eingebürgert», sagt der 42-Jährige, der in seiner alten Heimat Bayern Betriebsrat war. Falls er als Gemeinderat gewählt würde, möchte er sich für eine transparente, nachvollziehbare Entscheidungsfindung und Beschlussfassung für die Einwohner einsetzen. «Rekingen soll als Wohnort familienfreundlicher und attraktiver werden», sagt Käppel.

Er möchte Anreize für mittelständische Betriebe zum Ansiedeln in der Gemeinde schaffen, um damit auch langfristig den Steuerfuss herabsetzen zu können. Politisch stehe er ausserhalb einer Partei. «Ich will sachbezogen entscheiden, nicht parteigesteuert.» Käppel ist gelernter Fachmann für Anästhesie und Intensivmedizin und war viele Jahre in leitenden Positionen. «Ich verlagerte dann meinen Schwerpunkt vom Überleben sichern nach Lebensqualität sichern.» Käppel wechselte in die Reha-Clinic Baden und arbeitet nun seit fast 2 Jahren als Stationsleiter und stv. Pflegedienstleiter im Schweizerischen Israelitischen Alters- und Pflegeheim Lengnau.

Käppel setzt sich für ein bewusstes, energiesparendes Verhalten ein. «Da die Welt uns alle überleben sollte.» In Rekingen will er sich für das dörfliche Miteinander und nicht Nebeneinander engagieren.