Döttingen
Zwei heisse Eisen: Nebst Steuerfuss gibt auch ein Schulpavillon zu reden

Der Döttinger Gemeinderat will den Steuerfuss von 80 auf 105 Prozent erhöhen. Die Meinungen zur geplanten Erhöhung gehen auseinander – ebenso wie zum neuen Pavillon, der für 1,2 Millionen angeschafft werden soll.

Angelo Zambelli
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Im August 2007 bezogen die Döttinger Lehrkräfte einen Pavillon auf dem Bogen-Areal. Nun soll auf dem roten Platz ein zweiter Pavillon aufgestellt werden. (Archiv)

Im August 2007 bezogen die Döttinger Lehrkräfte einen Pavillon auf dem Bogen-Areal. Nun soll auf dem roten Platz ein zweiter Pavillon aufgestellt werden. (Archiv)

Angelo Zambelli

Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass die Döttinger Gemeindeversammlung von morgen Mittwochabend turbulent werden wird. Zur Debatte stehen zwei ganz heisse Eisen: Einerseits beantragt der Gemeinderat eine Steuerfusserhöhung um 25 Prozentpunkte von 80 auf 105 Prozentpunkte; andererseits gehts um einen Kredit von 1,2 Millionen Franken für den Neubau eines Schulpavillons mit vier Zimmern.

Steuerfusserhöhung und Pavillon – besser gesagt, die Investition für den Neubau – sind höchst umstritten. Der Gemeinderat argumentiert, für das Schuljahr 2015/2016 würden drei weitere Schulräume für die Primarschule sowie ein zusätzlicher Raum für die Oberstufensschule Unteres Aaretal (OSUA) benötigt.

Damit würden allen in Döttingen untergebrachten Klassen – die gesamte Primarschule sowie fünf Klassen der OSUA – die nötigen Räume zur Verfügung stehen. Der Döttinger Gemeinderat weist in der Versammlungsunterlage darauf hin, dass die Umsetzung der Aufhebung des Oberstufenstandortes Döttingen noch nicht geklärt sei. Dies werde voraussichtlich erst mit der Beantwortung der Standortfrage der Bezirksschulen im Zurzibiet geklärt werden können. Bei den Bezirksschulen stellt sich die Frage, wer von den vier Standorten Bad Zurzach, Endingen, Leuggern und Klingnau weiter bestehen kann.

Als weiteres Argument führt der Gemeinderat grössere Sanierungen der Schulhäuser in den nächsten Jahren ins Feld. Während der Umbauarbeiten müssten verschiedene Klassen ausgelagert werden. Platz würden sie in dem neu erstellten Schulpavillon zwischen dem der Turnhalle Bogen 1 und dem roten Platz finden.

Lehrer sind anderer Meinung

Gegen diesen Antrag des Gemeinderates laufen Stimmbürger und Lehrer der Oberstufenschule Unteres Aaretal Sturm. In Leserbriefen stellt ein Bürger die Frage, ob es richtig sei, das zeitlich begrenzte Problem mit einem Pavillon zu lösen. «Hat man ernsthaft an Varianten gedacht und andere Lösungen des Raumproblems in Betracht gezogen?», fragt der Leserbriefschreiber. Weiter wird die Frage gestellt, ob eine Mietlösung nicht günstiger wäre.

Auch die Lehrerteams der OSUA-Standorte Döttingen und Klingnau melden sich kritisch zu Wort. Die Döttinger Lehrer argumentieren, ein Pavillon-Neubau bringe der Oberstufenschule keine Verbesserung der Situation, sondern zementiere die aktuelle, unbefriedigende Situation. Auch binde sie Gelder, die Spielraum für neue Konzepte bieten könnten, schreibt das Döttinger Lehrerteam in einem Leserbrief in der «Botschaft». Wenn schon neuer Schulraum entstehen soll, dann in nicht in Döttingen, sondern am Standort der zusammengeführten Oberstufenschule Unteres Aaretal. Und der ist in Klingnau.

Das Klingnauer Lehrerteam vertritt die Meinung, eine Entscheidung für den Schulpavillon zum jetzigen Zeitpunkt würde eine langfristige Entscheidung gegen die geplante Zusammenführung der beiden Standorte in Klingnau bedeuten. Das Team äussert in seiner Stellungnahme die Befürchtung, dass mit einem Ja zum Pavillon-Neubau die Zusammenführung endgültig begraben wäre.

Gemeindeversammlung, Mittwoch, 19. November, 20 Uhr, Turnhalle Bogen

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