Bad Zurzach
Zurzibieter testen die Regierungsratskandidaten

Stephan Attiger (FDP) und Thomas Burgherr (SVP) sprachen in Bad Zurzach über Fluglärm, Verkehr und Asylunterkünfte.

Pirmin Kramer
Merken
Drucken
Teilen
Regierungsratskandidaten auf dem Podium

Regierungsratskandidaten auf dem Podium

Pirmin Kramer

«Ihre Region hat sehr viele Lasten zu tragen», sagte Thomas Burgherr, Regierungsratskandidat der SVP, an der Podiumsdiskussion in Bad Zurzach. «Der Vertrag zum Fluglärm zum Beispiel, den die Regierung mit Deutschland verhandelt hat, ist eine Katastrophe. Falls ich gewählt werde, verspreche ich Ihnen in dieser Frage alle Unterstützung.»
Als Enttäuschung bezeichnete auch Regierungsratskandidat Stephan Attiger (FDP) den Vertrag. Bis vor kurzem habe der Kanton Aargau seiner Meinung nach gut verhandelt. «Der gekröpfte Nordanflug darf aber nicht passieren, erstens wegen der einseitigen Belastung und zweitens wegen der Sicherheit.» Es gäbe sicherere Routen für die Flugzeuge, sagt Attiger.
«Regierungsratskandidaten auf dem Prüfstand» - so lautete der Titel der Podiumsdiskussion. Befragt wurden die beiden Kandidaten von Moderator und Publizist Roy Oppenheim, von Wirtschaftsforums-Präsident Markus Birchmeier, von Planungsverbands-Präsident Felix Binder und vom Leibstadter SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht. Auch Knecht äusserte sich zum Staatsvertrag: «Er ist ein riesiges Problem. Es wurde verpasst, Dossiers zu verknüpfen, es wurde zu schnell nachgegeben. Mein subjektives Gefühl: Der Aargau wurde über den Tisch gezogen.»
Für Diskussionsstoff sorgte die Verkehrssituation. In den Randregionen müsse eine Entwicklung unbedingt möglich sein, hierfür sei der Verkehr entscheidend, sagte Burgherr. «Durch Stau geht der Wirtschaft viel Geld verloren.»
Stephan Attiger sagte, er habe die Petition des Wirtschaftsforums Zurzibiet für eine bessere Verkehrsanbindung unterschrieben. «Und zwar aus Überzeugung. Es braucht den Baldeggtunnel. Dieser Tunnel ist eine grosse Chance, denn drei gewichtige Regionen haben ein Interesse daran - Baden, Brugg und Zurzach.» Für Veränderungen sprach er sich beim Grenzübergang in Koblenz aus. «Aber wir müssen aufpassen, dass keine neue Nord-Süd-Achse entsteht, dass wir nicht den europäischen Fernverkehr anziehen. Wir müssen versuchen, nicht zu attraktiv zu sein, sonst wird plötzlich über Koblenz und durch den Baldeggtunnel in den Süden gefahren.»
«Mehr Druck auf Bern ausüben»
«Wie lösen wir das Asylproblem?», fragte Roy Oppenheim weiter. «Die Kantone müssen mehr Druck auf Bern ausüben», sagte Burgherr. Er sprach sich für ein geschlossenes Lager für kriminelle Asylbewerber aus. «Ich bin enttäuscht, dass in Diskussionen das Völkerrecht in Vordergrund gestellt wird statt der Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger.» Er habe mit Juristen geredet und sei überzeugt, dass so ein Lager möglich wäre, so Burgherr. Attiger sagte: «Asylsuchende, die keine Chance haben auf einen positiven Ausgang ihres Gesuches, sollten in zentralen Lagern untergebracht werden.» Es dürfe nicht sein, dass delinquente Asylbewerber auf die Regionen verteilt werden.
Organisiert wurde die Podiumsdiskussion vom Wirtschaftsforum Zurzibiet. Sie fand in der Lagerhalle der Mineralquelle Zurzach AG statt.