Kaiserstuhl / Fisibach
Zurzibieter Kinder gehen in Zürich zur Schule

Der Weg für die Kinder von Kaiserstuhl und Fisibach an die Schulen in den Zürcher Gemeinden Weiach und Stadel ist geebnet. Am Donnerstag sind die Anschlussverträge unterzeichnet worden.

Louis Probst
Drucken
Teilen
Historischer Moment: Stadtammann Ruedi Weiss, Stadtschreiberin Sabrina Camelin (Kaiserstuhl) und Gemeindeammann Marcel Baldinger (Fisibach) unterzeichnen die Papiere.

Historischer Moment: Stadtammann Ruedi Weiss, Stadtschreiberin Sabrina Camelin (Kaiserstuhl) und Gemeindeammann Marcel Baldinger (Fisibach) unterzeichnen die Papiere.

«Die Unterzeichnung der Verträge hat eine lange Vorgeschichte», stellte der Fisibacher Gemeindeammann Marcel Baldinger fest, bevor die Unterschriften unter die Dokumente gesetzt wurden. «Bereits vor fünf Jahren hat man sich Gedanken über die künftige Schullandschaft gemacht. In den letzten Jahren sind die Diskussionen intensiver geworden. Verschiedene Varianten sind geprüft worden. Ich bin überzeugt, dass wir jetzt die beste Lösung gefunden haben.»

Diese Lösung sieht vor, dass die Kinder aus Kaiserstuhl und Fisibach künftig Kindergarten und Primarschule in Weiach und die Oberstufe in Stadel besuchen.

«Kaiserstuhl und Fisibach gehören aber immer noch zum Zurzibiet», betonte Marcel Baldinger. «Wir hoffen, dass unsere Aargauer Nachbargemeinden Verständnis für unseren Schritt aufbringen.» Er dankte allen am Projekt Beteiligten, insbesondere Roger Berglas, Susanne Suter und Corinne Jakob, und er gab seiner Freude auf die Zusammenarbeit mit den Zürcher Schulen Ausdruck.

«Ein denkwürdiger Akt»

«Die Unterzeichnung der Anschlussverträge ist ein denkwürdiger Akt», stellte Ruedi Weiss, Stadtammann von Kaiserstuhl, fest. «Der Anschluss der Schulen von Fisibach und Kaiserstuhl an die Schulen in der zürcherischen Nachbarschaft ist ein wichtiger und grosser Schritt. Ein Schritt auch, der uns nicht leicht gefallen ist. Aber das Resultat überzeugt.»

Wie auch Ruedi Weiss betonte, sei es beim Anschluss an die zürcherischen Schulen nicht darum gegangen, dem Zurzibiet den Rücken zu kehren, sondern darum, die beste Lösung für die Schulkinder und auch für deren Schulweg zu finden. «Wir haben nicht die Absicht, das Zurzibiet zu schwächen», versicherte er. «Aber wir können den finanziellen Aufwand für einen Schulstandort Kaiserstuhl nicht alleine tragen.»

Gerhard Keller vom Büro Altra Vista, welches das Projekt begleitet hatte, lobte die konstruktive Zusammenarbeit der Projektgruppe. «Erstaunlich war», meinte er schmunzelnd, «dass nie Anti-Zürcher-Gefühle zum Ausdruck gekommen sind.»

Kindergarten und Primar als Vorhut

Mit der Unterzeichnung der Anschlussverträge ist der Weg geebnet, dass mit Beginn des Schuljahres 2016/2017 rund 50 Kinder aus Kaiserstuhl und Fisibach Kindergarten und Primarschule in Weiach besuchen können. Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe werden vorerst noch den Unterricht in Bad Zurzach besuchen. Mit dem Schuljahr 2017/2018 wird Stadel Oberstufenstandort.

Mit dem Auszug der Schulen wird sich für Kaiserstuhl und Fisibach die etwas kuriose Situation ergeben, dass es in beiden Gemeinden zwar keine Schule, aber doch eine Schulpflege geben wird. Es wird sich auch die Frage stellen, was mit den Schulanlagen geschieht. In Kaiserstuhl wird sich, wie Ruedi Weiss sagte, eine Arbeitsgruppe mit diesem Thema befassen.