Bezirk Zurzach
«Zurzibiet wird zur Swiss Miniature»

Die Grünen bezeichnen die Vision Zurzibiet als Vision ohne Zukunft. Wer die die Anbindung der Region ans Nationalstrassennetz wünsche, habe den Kern der Sache nicht verstanden, so die Partei.

Drucken
Teilen
Die Zukunft des Bezirks Zurzach verbirgt sich gegenwärtig noch unter einer Nebeldecke.

Die Zukunft des Bezirks Zurzach verbirgt sich gegenwärtig noch unter einer Nebeldecke.

Das Papier zur Vision Zurzibiet gebe keine Antwort auf die Entwicklungsstagnation der Region und gehe auch nicht auf die möglichen Gründe ein, schreibt die Bezirkspartei der Grünen in einer Medienmitteilung. Wer einerseits den Kaufkraftabfluss vom Zurzibiet in die benachbarten Zentren und ins grenznahe Deutschland bemängle und andererseits die Anbindung ans Nationalstrassennetz wünsche, habe den Kern der Sache nicht verstanden.

Ein Autobahnanschluss werde dem Zurzibiet Mehrverkehr und zusätzliche Emissionen bringen, schreiben die Grünen. Dies habe nicht nur negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft, sondern beeinflusse auch das Zusammenleben negativ. Dazu gebe es nicht nur zahlreiche Studien; die negativen Auswirkungen könnten im Limmattal beobachtet werden. «Warum soll man im Regionalzentrum einkaufen oder eine lokale kulturelle Veranstaltung besuchen, wenn in kürzester Zeit Baden, Aarau oder Zürich via Autobahn erreichbar sind?», fragen die Grünen des Bezirks Zurzach.

Schwer nachvollziehbar

Bei der Vision Zurzibiet handle es sich um eine vereinfachte Swiss Miniature mit Alpen-Rheintal, Voralpen-Surbtal und dem Aaretal als Mittelland, schreibt die Partei weiter. Sich als geschlossene Einheit sowohl nach innen als nach aussen zu positionieren, dürfte kaum erfolgreich sein: «Wie soll das Bild einer nachhaltigen Wohn-, Freizeit- und Erholungsregion, wie sie die Vision Zurzibiet vorsieht, vereinbar sein mit dem Bild des von der Atomenergie abhängigen Aaretals?», heisst es in der Medienmitteilung.

Die Entwicklungsschwerpunkte seien in der Vision oft unverständlich und schwer nachvollziehbar gesetzt, monieren die Grünen. «Warum sollen Mandach und Baldingen mit eher dürftigem öffentlichem Verkehrsangebot für qualitatives Wachstum unterstützt werden? Und was bedeutet dieses qualitative Wachstum konkret? Wie soll sich der Entwicklungsschwerpunkt Wirtschaft in Rekingen in die Schwerpunktachse Freizeit und Tourismus von Kaiserstuhl bis Koblenz einfügen?»

Immerhin seien Projekte wie die geplante Biodieselanlage oder das Logistik- und Gewerbezentrum Hochrhein mit reichlich Verkehr und Emissionen verbunden und mitten in der genannten Schwerpunktachse gelegen. Die Grünen erachten es als wünschenswert, wenn es im Vernehmlassungsbogen mehr Spielraum geben würde, um die brauchbaren Ansätze etwas differenzierter beantworten zu können. So sei es durchaus sinnvoll, dass für eine Gemeindezusammenarbeit im grösseren Rahmen finanzielle Ressourcen eingeplant würden.(az)

Die Vernehmlassung zur Vision Zurzibiet läuft bis 14. Januar 2011. www.zurzibiet.ch/Vernehmlassungen

Aktuelle Nachrichten