Bezirk Zurzach
Zurzacher wollen «resolut gegen den Gekröpften kämpfen»

Die Nachricht, dass die Schweiz und Deutschland im Fluglärmstreit eine Einigung erzielen konnten, ist im Bezirk Zurzach mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen worden.

Angelo Zambelli
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Der Kampf gegen übermässigen Fluglärm flammt neu auf.AZ-Archiv/WAL

Der Kampf gegen übermässigen Fluglärm flammt neu auf.AZ-Archiv/WAL

Dass mit einem neuen Staatsvertrag Planungssicherheit für alle Beteiligten entsteht, wird allgemein begrüsst. Für Aufregung sorgt jedoch, dass die Einführung des gekröpften Nordanflugs nicht ausgeschlossen wird. Felix Binder, Präsident des Planungsverbandes Zurzibiet, und Kurt Schmid, Gemeindeammann von Lengnau und Präsident des Vereins «Gekröpfter Nordanflug Nein», stellen sich vehement gegen die Wiedergeburt des gekröpften Nordanflugs.

Verräterisches Baugesuch

«Zunächst ist es sehr stossend, dass wir als Direktbetroffene sämtliche Informationen zum Staatsvertrag aus den Medien oder übers Internet beziehen mussten», entrüstet sich Binder. Dass das Thema «gekröpfter Nordanflug» wieder aufflammt, überraschte ihn hingegen nicht. «Die Interessengemeinschaft Nord wurde von ihrem Anwalt Ende Juni informiert, dass die Flughafen Zürich AG ein Gesuch für den Bau einer GPS-Bodenstation eingereicht hat.»

Da lag für den Planungspräsidenten die Befürchtung nahe, dass der satellitengestützte Nordanflug über Schinznach, Riniken, Rüfenach, Würenlingen, Endingen und Siglistorf bis zum Einschwenker bei Stadel neu aufgekocht wird. «Wir kämpfen seit 2008 gegen den Gekröpften und durften davon ausgehen, dass er vom Tisch ist. Nun werden wir erneut resolut dagegen ankämpfen müssen», sagt Binder. Für den Präsidenten des Planungsverbandes Zurzibiet ist der neue Staatsvertrag lediglich eine Vereinbarung zwischen der Schweiz und Deutschland, wer wann welche Lasten übernimmt. «Der Verteilungskampf in der Schweiz steht uns noch bevor», warnt Binder.

«Doppelbelastung ist inakzeptabel»

Das Statement von Kurt Schmid, Präsident des Vereins «Gekröpfter Nordanflug Nein», zum Entwurf des neuen Staatsvertrags fällt deutlich aus: «Es scheint, dass die Surbtal-Abflugroute in Stein gemeisselt ist. Eine Doppelbelastung des Surbtals mit Abflug- und Anfluglärm an den Randstunden kann in keiner Weise akzeptiert werden.» Schmid kündigt wie Planungsverbandspräsident Binder an, weiterhin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen anzukämpfen, dass der Bezirk Zurzach und insbesondere das Surbtal zu Verlierern des neuen Flugregimes werden. Der Verein «Gekröpfter Nordanflug Nein» halte weiterhin am vollständigen Verzicht auf den gekröpften Nordanflug fest. Ausserdem, so Schmid, werde sich der Verein weiterhin mit aller Vehemenz für eine faire Verteilung der Lasten auf alle Regionen rund um den Flughafen Zürich einsetzen.

Ebenso wehre man sich gegen eine Verlängerung der Piste 10/28, «weil dies ganz klar zu einer Kapazitätserweiterung und zu zusätzlicher Lärmbelastung des Surbtals führt».

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