Zurzach
Rachela und Roy Oppenheim erhalten den «Krug von Bad Zurzach»: «Sie haben Leuchttürme geschaffen, die weit über das Zurzibiet hinaus strahlen»

Die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden hat zum 18. Mal den Kurortpreis vergeben: Rachela und Roy Oppenheim sind für ihre Verdienste um Kunst und Kultur geehrt worden.

Stefanie Garcia Lainez
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Margrit Edelmann (rechts) übergibt den «Krug von Bad Zurzach» an Roy und Rachela Oppenheim.

Margrit Edelmann (rechts) übergibt den «Krug von Bad Zurzach» an Roy und Rachela Oppenheim.

Stefanie Garcia Lainez

Seit Jahrzehnten engagieren sich Rachela und Roy Oppenheim aus Lengnau für Kultur und Kunst im Zurzibiet und über dessen Grenzen hinaus. Dafür hat die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden die beiden am Freitag mit dem 18. «Krug von Bad Zurzach» geehrt.

Die Auszeichnung erhalten Personen, Gruppen oder Institutionen, die sich in besonderer Form für den Kurort Bad Zurzach oder Baden, das Zurzibiet oder seine Region verdient gemacht haben. Der Preis wird als Anerkennung für besondere Verdienste vergeben und erinnert an den im Jahr 2002 verstorbenen Walter Edelmann, dem Hauptgründer der Stiftung.

Rachela und Roy Oppenheim, der nicht nur seinen 82. Geburtstag, sondern auch Hochzeitstag feiern durfte, hätten sich in mehrfacher Hinsicht verdient gemacht, sagte Judith Meier, Präsidentin der Kurort- und Kulturkommission Bad Zurzach, an der Preisverleihung in der voll besetzten Oberen Kirche in Bad Zurzach. «Sie haben aber auch Leuchttürme geschaffen, die weit über das Zurzibiet hinaus strahlen.» Etwa den Jüdisch-Christlichen Kulturweg Endingen-Lengnau oder das Projekt Doppeltür.

Und Stiftungsratspräsident Beat Edelmann ergänzte:

«Wenn einige wenige mehr tun als viele andere, kommt die Welt vorwärts. Rachela und Roy Oppenheim zähle ich zu den einigen wenigen.»

Rachela und Roy Oppenheim seien schon in jungen Jahren für die Kunst sensibilisiert worden, heisst es in der Broschüre zur Preisverleihung. Sie bei einem Besuch der Documenta, wo ein Bild von Jackson Pollock sie in seinen Bann zog, und er in der Familie, wo die Kunst seines Onkels, Walter Jonas, und seiner Mutter, Edith Oppenheim-Jonas, allgegenwärtig war.

Die beiden lernten sich 1975 an der Frankfurter Buchmesse kennen. Nach ihrem Umzug in die Schweiz und der Heirat kam 1979 ihr Sohn Harry Joel zur Welt. Im gleichen Jahr eröffnete Rachela Oppenheim eine Galerie im eigenen Haus in Lengnau.

Feierte sie im «Art Room» eine Vernissage, waren regelmässig bekannte Persönlichkeiten auf der Quartierstrasse anzutreffen: «Während 35 Jahren kuratierte sie über 100 Ausstellungen und machte die Kunst zu einem Erlebnis für alle Sinne. Dies lockte auch immer wieder grosse Namen aus Politik, Musik, Kunst und Kultur ins ländliche Surbtal.»

Viele Projekte in der Region tragen ihre Handschrift

Roy Oppenheim prägte in dieser Zeit stark die Schweizer Medienlandschaft, unter anderem als Autor, Filmproduzent, Leiter des Ressorts Kultur des Schweizer Fernsehens, als Direktor von Schweizer Radio International oder als Gründer des vierten Fernsehkanals S Plus. Gleichzeitig habe er als Mitinitiant des Jüdisch-Christlichen Kulturwegs Endingen-Lengnau und des Vermittlungsprojektes Doppeltür wegweisende Marken in der Region gesetzt.

Zurzeit stellen sie gemeinsam in aufwendiger Arbeit den Œuvre-Katalog Walter Jonas mit mehr als 3500 Werken fertig und führen seit Anfang 2022 ad interim die Galerie Mauritiushof in Bad Zurzach. Auch sind sie an der Skulpturenausstellung im Park der Villa Himmelrych, auch bekannt als Schloss Bad Zurzach, beteiligt.

Seit dem Tod von Edith Oppenheim-Jonas 2001 betreuen sie die Rechte der Schweizer Cartoon-Figur Papa Moll. «Dazu gehört die erfolgreiche Ansiedlung der Papa-Moll-Figur in Bad Zurzach sowie die Entstehung des Kinofilms ‹Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes› aus dem Jahr 2017.»